Schnelle Wegwerfmöbel haben ausgedient. Kleidung aus Polyester macht nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Körper zu schaffen. Und Schmuck aus Gold, das unter verheerenden Bedingungen gefördert wird, hinterlässt keinen Glanz, sondern einen schalen Beigeschmack.

Gesucht wird eine neue Perfektion, die im Design Verantwortung mit Ästhetik verbindet. Aber was zeichnet diese nachhaltige Designprodukte aus? 

Eine Antwort darauf bietet die sogenannte Kreislaufwirtschaft. Hierbei geht es im Gegensatz zum ‚’klassischen‘ linearen Wirtschaftsmodell darum, Materialien und Produkte so lange wie möglich zu recyclen, wiederzuverwenden, zu reparieren oder aufzuarbeiten. So wird einerseits die Lebensdauer bestehender Produkte verlängert und andererseits generieren verwendete Rohstoffe eine längere, nachhaltigere Wertschöpfung.

Da bereits 80 Prozent der Umwelteinwirkungen eines Produktes im Design festgelegt werden, spielen besonders Designer:innen bei der Gestaltung dieses Übergangs eine große Rolle.

Anfang 2021 entwickelte der Designer Stefan Diez daher in Anlehnung an Dieter Rams 10 Thesen für zirkuläres Design. Darin fordert er Flexibilität und Modularität im Design um ein Produkt möglichst lange nutzbar zu machen. Zirkuläre Produkte sollten außerdem reparierbar sein und Elemente zur Weiterentwicklung oder Aktualisierung enthalten. Zur Herstellung sollten ausschließlich erneuerbare oder reyclbare Materialien verwendet werden.

Wie findet man nun aber als Verbraucher:in heraus ob das auserkorene Designprodukt diesen Ansprüchen gerecht werden kann?

Durch Fragen und im Idealfall den direkten Kontakt mit Designer:innen und Hersteller:innen, wie zum Beispiel an der Designmesse BLICKFANG. Denn auch unsere Jury, die die Labels vorab auswählt, legt nicht nur Wert auf ästhetische Aspekte, sondern auch auf Innovationskraft und Nachhaltigkeit der Produkte. Eine kleine Auswahl unserer zirkulären Designer:innen haben wir dir hier einmal zusammengestellt.

Egal wie nachhaltig etwas hergestellt wurde, was bereits existiert ist ökologischer als etwas, was neu produziert wurde. Das Modelabel SUSUMU Ai hat für die Fertigung ihrer hochwertigen Kleidungsstücke daher einen besonderen Weg gewählt: Aus hochwertigen japanischen Kimonos entstehen westliche Kleidungsstücke, die uns im Sommer kühlen und im Winter warm halten. Jedes der traditionellen japanischen Muster hat zudem eine eigene Bedeutung, die die Stücke noch persönlicher werden lassen.

Auch beim slowenischen Modellabel Buffet dreht sich alles um die Wieder- und Weiterverwertung bereits bestehender Stoffe. Um ihre einzigartigen wie qualitativ hochwertigen Designs zu fertigen, werden daher ausschließlich handverlesene Dead-Stock Materialien großer Luxus Modellabels verwendet. Was für den einen Abfall ist, wird so für den anderen zum neuen It-Piece.

Aber nicht nur Oberbekleidung geht zirkulär! Mit ihrem Wear-Care-Repair System verlängert das Basler Designlabel VYN nicht nur die Lebensdauer ihrer einzigartigen Sneakers um ein Vielfaches, es sorgt so auch für den erste reparierbaren Sneaker der Welt überhaupt. Indem die beiden anfälligsten Teile eines Sneakers – Absatz und Fersenkappe – in weniger als einer Minute ausgetauscht werden können, sind VYN Sneaker außerdem nicht nur langlebig, sondern zudem personalisierbare Einzelstücke!

Wo etwas gebaut wird da fallen Reste an. Das ist auch beim Möbelbau in einer Schreinerei nicht anders. Da diese Reste oftmals viel zu schade sind um im Abfall zu landen hat das Basler Interiorlabel Restemöbel es sich zur Aufgabe gemacht ebendiese wiederzuverwerten. Restemöbel zeigt damit eindrücklich, wie aus regional angefallenen Restmaterialien ausgesuchte Designlieblinge entstehen können.

Ein Kreislaufprodukt sollte zudem während seiner gesamten Lebensdauer so wenig Energie wie möglich verbrauchen und effizient wie platzsparend transportiert werden. Darüber hinaus sollte ein Produkt, so Diez, innovativ, faszinierend und von vielen genutzt sein. Damit spielt der Designer also auf Konzepte wie Sharing oder Product-as-a-Service an. Und auch die sozialen Aspekte dürfen natürlich sowohl bei der Herstellung wie entlang der gesamten Lieferkette nicht vernachlässigt werden. Schließlich – um den Kreis zu Dieter Rams Thesen zu schließen – sei, laut Diez, „ein gutes Produkt so wenig Produkt wie möglich“.

Auch die Macher vom Münchner Label WYE Design verwenden zur Produktion ihrer hochwertigen, schlichten Tische, Hocker und Bänke ein Nebenprodukt der industriellen Holzverarbeitung. Durch den eigens entwickelten Holzwerkstoff Neolign, der zu 83% aus Holzfasern besteht, verhindern sie so aber nicht nur das Fällen von Bäumen: „Da Neolign für uns auch nach der Nutzungsdauer wertvoll bleibt, nehmen wir deine Produkte zurück und fügen den Werkstoff wieder dem Herstellungsprozess für neue Kollektionen zu. Damit schaffen wir einen bisher einzigartigen Kreislauf im Möbelbereich und können unseren Holzwerkstoff über mehrere Jahrzehnte nutzen.‍“

Weitere außergewöhnliche wie zirkuläre Möbellieblinge gibt es beim Zürcher Designlabel formich zu entdecken. Von Hand und vollständig in Sozialunternehmen gefertigt, setzt formich beim Thema Kreislaufwirtschaft vor allem auf den Aspekt der Flexibilität und Weiterentwicklung: Durch den Einsatz verschiedener Holzplatten und Metallverbinder, können die Möbelstücke beliebig erweitert oder individuell in Form und Design verändert werden.

Bei more circular schließlich steckt der ökologische Anspruch des belgischen Designlabels schon im Namen: Mit der Weiterverwertung von Gipsabfällen und liebevoller Handarbeit entstehen hier ästhetische Design-Hängeleuchte, die mit ihren einfachen Kurven und ihrem reinen und starken Material dein Zuhause erhellen . Die Idee dazu kam dem Gründer und Ingenieur für Recyclinganlagen Marten van Leeuwen übrigens während seines ersten „nachhaltigen“ Jobs. Als er sah, welche riesigen Mengen an Abfall verbrannt wurden, um erneuerbaren Strom zu erzeugen, setzte er es sich zum Ziel Ressourcenverschwendung einzudämmen.

Was die BLICKFANG ausmacht? An der Designmesse präsentieren etablierte Designer:innen Schulter an Schulter mit jungen aufstrebenden Labels. Oftmals entstehen die spannendsten Produktideen direkt im Studium. Und das verdient eine besondere Förderung und Beachtung.

Und diese gibt es an der BLICKFANG. Denn wo wäre ein besserer Ort als die Designmesse, um die Entwürfe und ersten Kollektionen Besuchern und der Fachwelt zu präsentieren, zu verkaufen und wertvolles Feedback mitzunehmen?

In diesem Jahr präsentieren und verkaufen knapp 20 Student:innen Interior-Produkte. Die angehenden Designer:innen haben sich bei einem Wettbewerb für Studierende erfolgreich von der Konkurrenz abgesetzt und hier stellen wir euch gerne Zwei näher vor:

Komfortables Spiel mit Kontrasten

Kontraste harmonisch und doch spannend zu gestalten ist eine der großen Künste in der Innenarchitektur. Die angehende Innenarchitektin Linda Kaufmann aus München zeigt mit Semesterprojekt, dass sie bereits als Masterandin das Spiel beherrscht.

An der BLICKFANG Basel stellt sie den Stuhl knix aus, der aus 1,5mm dicken, geknickten Stahlplatten besteht. Entstanden ist das Möbel während des letzten Wintersemesters im Kurs „Chairmakers“ der Akademie für Bildende Künste. Ihre Inspiration fand sie in Origami-Faltungen, die mit Knicken die Zweidimensionalität des Papiers gekonnt in dreidimensionale Objekte überführen. Eine weiche Sitzschale aus gleichfarbigem Filzstoff lädt zum Platznehmen ein und verleiht dem kühlen Stahl Wärme.

Der reißt vom Hocker

Manchmal ist es nur ein kurzer Blick und man weiß was zu tun ist: So war es auch bei Johannes Müller als er mit dem kurzen Blick auf den Bildschirm entdeckt, dass seine Mutter bei einem schwedischen Möbelhaus nach stapelbaren Hockern suchte. Noch bevor sie fündig wurde, schlug der 25-jährige Schreiner vor, dass sie doch auf sein neuestes Projekt zurückgreifen solle: Den dreibeinigen Hocker Meditri.

Das Besondere daran? Johannes wurde zwar finnischen Grand Seigneur des Designs, Alvar Aalto, inspiriert, hat aber seine eigene Gestaltungssprache gefunden. Die Beine bestehen aus einer von ihm entwickelten Steckverbindung. Meditri punktet so trotz geringer Materialstärke mit grosser Stabilität. Besonders wichtig ist Johannes mit seinen Produkten, eng am Werkstoff Holz zu bleiben. Meditri besteht aus geölter Esche, um der Monokultur im Wald entgegenzuwirken. Für die BLICKFANG Basel plant er eine weitere Ausführung aus Gebirgstanne.

Lange ist es her, dass die Küche nur ein funktionaler Ort zum Kochen war. Heute ist sie unser liebster Treffpunkt im Haus. Denn hier verschmelzen Küchenraum und Esszimmer zum Wohlfühl-Wohnraum. An der Sonderschau „Küche und Genuss“ entdeckst du 15 Labels, die mit cleveren Accessoires, schönem Geschirr und ausgefallenen Materialien diesen Raum zu deiner neuen Komfortzone machen. Kleine Gourmetlabels laden vor Ort ausserdem zum Probieren neuer Köstlichkeiten ein.

Die Schweizer Schreinerei Lindauer AG zeigt an der BLICKFANG Basel zum ersten Mal ihre neue Küche aus der hochbeachteten Greenline Serie, die Ökologie, Funktionalität und Gestaltung vereint. Wir haben mit dem Gründer und Geschäftsführer Roger Lindauer gesprochen, warum es besonders bei Küchen einen neuen regionalen Ansatz braucht.

In der Küche verwandeln wir hochwertige Lebensmittel in schmackhafte Gerichte.  Aber was wäre die schönste Küche, die feinste Speise, ohne das passende Geschirr und Accessoires? Ob Porzellan oder Keramik, verspielt oder reduziert – an der BLICKFANG werden alle Stillisten fündig. Zwei der Designlabels, die sich ganz der Keramik verschrieben haben, lernst du heute schon näher kennen:

Wenn man eine der Keramik-Kreationen von Sabine Dambach in die Hände nimmt, fühlt man sich sofort „geerdet“. Kein Wunder. Die Luzerner Keramikerin ist eine wahre Meisterin, aus einem Stück Natur etwas Gegenständliches zu schaffen. Dafür dreht sie jedes Stück aus Steinzeugton von Hand auf der Töpferscheibe. Ihre Tassen und Geschirrkollektionen sind zart, aber nicht aalglatt. Ein Stück Keramik, das als Teetasse nicht nur Hände, sondern auch den Geist wärmt. Ihre Inspiration findet sie in Japan. Nicht nur, was die zeitlose Formsprache betrifft, sondern auch die Philosophie. Ihre Inspiration ist das Konzept „wabi sabi“, nach dem sich das vermeintlich Perfekte nicht in reiner Schönheit, sondern dort zeigt, wo die Spuren des Lebens durchscheinen. Ganz nach dem Motto „Beschränke alles auf das Wesentliche, aber entferne nicht die Poesie.“

Einmal im Jahr ist es soweit. Dann erneuert Gudrun Gross die Gipsformen, die sie fürs Porzellangiessen verwendet. Für jede Form, die die Wienerin aus Porzellan giesst, hat sie natürlich mehrere Gipsformen. Die schlechte Nachricht: Leider können diese nicht ewig verwendet werden, da sich der Gips mit der Zeit bzw. mit jedem Guss verbraucht. Das Gute daran: Bei jeder dieser Gips-Sessions kommen auch ein bis zwei ganz neue Formen ins gudshapes-Sortiment. Und die neuen Formen bringt Gudrun Gross exklusiv nach Basel mit.

Formästheten erkennen das Vorbild ihrer Espressotassen Giulia sofort: Die Tasse „Giulia“, angelehnt an die bekannte Espressokanne von Alfonso Bialetti, ist schwer, dickwandig und liegt gut in der Hand. Das Flair einer italienischen Espressobar in eine Tasse gegossen.

Support Small Labels ist ein Verein von und für nachhaltige und unabhängige Schweizer Labels. Unser Ziel ist die Vielfältigkeit der Schweizer Design Szene zu unterstützen und ein nachhaltiges Konsumverhalten zu fördern. Wir wollen kleinen Labels den Zugang zum Markt vereinfachen, Visibilität und Bewusstsein schaffen.

Zusammen treten wir an die Öffentlichkeit, erarbeiten Projekte und entwickeln gemeinsame Lösungen für Herausforderungen, die kleine Labels gegenüberstehen. Wir vernetzen die Labels untereinander, teilen Erfahrungen und unterstützen uns gegenseitig. Ganz nach dem Motto: “Gemeinsam sind wir stark”  

#bettertogether

www.supportsmalllabels.ch

Biophiles Design vereint Architektur und Natur und lässt uns zufriedener, glücklicher, produktiver und kreativer werden. Dabei geht es um weit mehr als nur einzelne Büropflanzen.

Der Begriff Work Life Balance zeigt schon ziemlich deutlich: Wir nehmen Leben und Arbeiten als zwei Pole wahr, zwischen denen wir uns bewegen und die möglichst ausbalanciert sein sollten. Warum? Unser Leben spielt sich draußen ab, die Arbeit vorwiegend in Innenräumen. In kargen Büros fühlen wir uns von der Außenwelt abgeschnitten. Für dieses Gefühl braucht es nicht mal die einzelne „Cubicle Box“ aus amerikanischen Großraumbüros. Es reicht schon ein normaler Büroraum.

Der Biologe Edward Wilson hat den Begriff „Biophilie“ 1984 populär gemacht. Im Griechischen bedeutet „bio“ Leben und „philia“  eine Art gegenseite Freundschaftsliebe. Liebe zum Leben. Biophiles Design ordnet natürliche Elemente bewusst so an, dass Räume zu einem Zufluchtsort werden. Es verstärkt bewusst die Verbindung zur Natur, indem es Holzobjekte, grüne Wände mit Pflanzen, Wasserflächen in Innenräumen und Licht, das Tageslicht und Temperaturen nachahmt, platziert.

Wir verbringen 90% unseres Alltags in Gebäuden. Der Kontakt mit der natürlichen Umwelt ist daher begrenzt. Genau dieser Kontakt ist es aber, der langfristig für unsere Gesundheit geradezu lebensnotwendig ist.

Biophiles Design bedeutet, dass wir uns die Natur in Gebäude hereinholen und die Grenzen zwischen Architektur und Natur ein Stück weit verschwimmen lassen. Denn klar ist: In der Natur fühlen wir uns wohler und wenn wir diese wieder mehr in Gebäude einbringen, dann reduzieren wir Stress, sind glücklicher und zugleich produktiver.

Eine Studie ergab, dass Biophilie das Wohlbefinden der Mitarbeiter um 13% steigern, die Kriminalitätsrate senken, die Genesungszeiten von Patienten in Krankenhäusern verbessern und die Lernfähigkeit in Schulen steigern kann. Eine Studie ergab, dass Biophilie das Wohlbefinden der Mitarbeiter um 13% steigern, die Kriminalitätsrate senken, die Genesungszeiten von Patienten in Krankenhäusern verbessern und die Lernfähigkeit in Schulen steigern kann. Viele Unternehmen investieren deshalb direkt in das Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen.

Biophiles Design setzt viel tiefer an als nur Pflanzen in die Büros zu bringen. Es berücksichtigt ganz unterschiedliche Elemente wie Licht, Wasser, Geruch und Haptik, die sich auf unsere Sinne auswirken. Die Kernelemente eines biophilen Designs sind zum einen großflächige lichtdurchflutete Räume. Dann natürliche Materialien wie Holztische oder Regale. Natürlich dürfen auch Pflanzen nicht fehlen. Unterschiedliche Pflanzen, die gemeinsam gruppiert werden, schaffen grüne Oasen fürs Auge und sorgen für bessere Luft. Natürliches Licht ist am besten unserem Auge angepasst und reguliert auch unseren Biorhythmus. Da Licht je nach Tages- und der Jahreszeit unterschiedlich stark ist, sind trotz aller Helligkeit auch Rollos oder Blendschutze wichtig. Ein unterschiedlicher Bodenbelag zwischen Flur und Büro verstärkt das Gefühl, auf natürlichen Pfaden zu wandeln.

Die Sehnsucht nach Natur und nach natürlicher Umgebung hat sich seit Corona beschleunigt. Die Designerinnen Ilse Crawford und Ivy Ross wiesen bei einer Online-Diskussion des Möbelherstellers Vitra darauf hin, dass die Natur ist die schönste Umgebung ist. „Wir brauchen sie, ihre Gerüche, Farben und Geräusche“, so Ivy Ross.

Ein Vorzeigebeispiel für den Ansatz biophile Architektur ist übrigens der Hochhauskomplex Bosco Verticale, ein vertikaler Wald, in Mailand. 2014 wurden die beiden Gebäude fertiggestellt. In dem Entwurf von Stefano Boeri Architetti wird die Vegetation zum integralen Bestandteil der Struktur. Mehr als 900 Bäume und 20.000 Pflanzen ranken sich an den Gebäuden empor.

Die gute Nachricht zuerst: Die vor sich hin vertrocknende Büropflanze hat ausgedient. Es grünt so grün wie nie in den Großraum- und Einzelbüros. In den Ecken. In den Treppenhäusern. In den Meetingräumen. Das vermittelt der Eindruck des Fachbuchs „Plants at work“ von Miriam Köpf. Und das ist auch gut so. Denn Pflanzen und besonders die Farbe Grün machen etwas mit uns. Ob Pflanze, Tapete oder Mobiliar: Design in Grün symbolisiert den Glauben an eine bessere Zukunft. Das wissen wir spätestens seit dem Trend urban jungle fürs eigene Heim, als wir Zimmerpflanzen für eine gemütliche und natürliche Atmosphäre geholt haben. Warum also den grünen Dschungel und damit die guten Gefühle nicht auch ins Büro holen?

Die Stuttgarter Greenterior-Designerin Miriam Köpf zeigt in ihrem Erstlingswerk, wie genau das gelingen kann.

„Plants at work“ ist ein vielfältiger Ratgeber für die Gestaltung grüner Arbeitswelten. Das englischsprachige Buch wendet sich an alle, die Pflanzen in ihre Raumkonzepte integrieren wollen. Mit aktuellen Beispielen von Greenteriordesign, künstlerischen Pflanzenzusammenstellungen und Einblicken in das Design von Pflanzgefäßen. Durch Hintergrundwissen aus beispielhaften Projekten verknüpft Miriam Köpf Innenarchitektur mit Botanik. Die Autorin punktet weiter mit Tipps, Inspiration und Ratschlägen, wie man mit einem Pflanzenkonzept aus leeren Ecke einen grünen Hotspot schafft, der ein besseres Raumklima und damit ein größeres Wohlbefinden am Arbeitsplatz schafft.

Das Buch hat es verdient, einen besonderen Platz in Bibliotheken von Innenarchitekten zu erhalten oder als Coffee Table Book in Wohnzimmern Einzug zu halten. Es schafft inhaltlich nicht nur Mehrwert für Innenarchitekten und Architekten, sondern wartet auch mit großformatigen Fotos und liebevollen Illustrationen auf, die Pflanzenliebhaber begeistern werden.

Die gelernte Schreinerin und Produktdesignerin Miriam Köpf arbeitete in verschiedenen Designagenturen in Stuttgart und gründete 2015 das botanische Designstudio Phyllis. Ihr Fokus liegt auf der Integration von Pflanzeninstallationen im Raum, besonders im Arbeitsumfeld. Sie prägt den Begriff des Greenteriordesign und vermittelt ihre Herangehensweise in konzeptionellen Pflanzen Pop-up Shops, Kooperationen mit Architekten und Workshops für Studenten.

Die av edition GmbH, Fachverlag für Architektur und Design, wurde 1992 gegründet. Strategisch ist der Verlag auf interdisziplinäre Gestaltungsbereiche wie Innen- und Ausstellungsarchitektur, Szenografie, Produkt- und Kommunikationsdesign spezialisiert.

Plants at work

SBN: 978-3-89986-346-8

Sprache: Englisch

Erscheinungsjahr: 2021

Seiten: 208

Einband: Hardcover mit Leinen und Lesebändchen

Abbildungen: 160 Fotos und Illustrationen

Format: 17 × 24 cm

Fotocredits:

0 Gordon Koelmel

1  Stefan Hohloch

2 Cover: Maikeschamotzki

Vogelgezwitscher beendet die winterlich-kühlen Monate, der Duft von Blüten erfüllt die Luft und Blumen zeigen sich zum ersten Mal wieder in ihrer vollen Pracht. Um auch die eigenen vier Wände mit dieser Lebendigkeit, Leichtigkeit und Freude zu erfrischen, sind bunte Sträuße oder saftig-grüne Pflanzen auch im Indoor-Bereich nicht wegzudenken!

Damit du es bei der Gestaltung etwas leichter hast , haben wir ein paar Hilfestellungen zusammengestellt, wie du den Frühling in dein Zuhause holen kannst. Ob Tulpen, Narzissen, Ranunkeln oder Weidenkätzchen…eine blumige Vielfalt ist garantiert!

Bei Miriam Köpf und ihrem Designstudios Phyllis – plants and people ist der Name Programm. In der antiken Mythologie verwandelte sich schöne Phyllis in einen blattlosen Mandelbaum, der erst dann Blätter trieb, als ihr Geliebter Demophon zurückgekehrt ist.

Die Idee der New Yorkerin Jessica Walsh hat sich seit 2015 wie im Flug verbreitet: In mittlerweile mehr als 285 Städten weltweit finden regelmäßige Abende mit Frauen, Wein und Design statt. Im Mittelpunkt steht der Austausch mit anderen Frauen aus der Kreativbranche der jeweiligen Stadt. Auch in vielen deutschen Städten sind Ladies, Wine & Design Chapter vertreten, an deren Events man mit Anmeldung und kostenfrei teilnehmen kann. Nicht nur, dass wir von der BLICKFANG gerne an den Events in Stuttgart teilnehmen – wir freuen uns auch sehr, dass wir in immer mehr BLICKFANG-Städten Kooperationsveranstaltungen mit den jeweiligen Chaptern anbieten können

 Wenn es in deiner Stadt noch kein LWD-Treffen gibt, kannst du es selbst starten. Alle Städte und Informationen zum Prozedere findest du hier.

In der Kreativbranche entstehen seit einigen Jahren zahlreiche Initiativen, um Frauen sichtbarer zu machen. Und in denen sie sich gegenseitig unterstützen und Kontakt knüpfen können. Und wie es sich für die Designwelt gehört, finden Netzwerktreffen längst nicht mehr als piefige Stammtische um die Ecke oder an weiß gedeckten Tafeln statt, sondern die verschiedenen Gruppen und Kollektive schaffen es, aus einem Business-Netzwerkabend ein anregendes und inspirirendes Abend-Event zu machen. .

Die Hamburgerinnen Josephine Seidel-Leuteritz und Louisa Verch arbeiten seit Jahren in der Möbelbranche. Einer Branche, in der die Führungsebenen stark männerdominiert sind. Im Juli 2019 gaben sie den Startschuss für die Abendveranstaltungen Woman in Furniture. Die Initiative möchte ambitionierte Frauen fördern – auf allen Levels. Bei den Treffen sind Praktikantinnen ebenso willkommen wie C-Level-Managerinnen und Geschäftsführerinnen. Gründerin Louisa Verch führt aus: „Wir wollen eine Plattform schaffen, in der sich Frauen gegenseitig stärken, um Großes zu erreichen. Wir schaffen einen Raum, in dem Vertrauen und Unterstützung an erster Stelle stehen. Dieser soll uns ermöglichen, sich auszutauschen, einander zu inspirieren, Ratschläge zu geben und unterschiedliche Themenschwerpunkte ohne Scheu anzusprechen.“

Mit dabei sind Journalistinnen, PR-und Marketing-Profis, Projektleiterinnen für Messen und Branchenevents, InteriorDesignerinnen und Architektinnen. Es gibt regelmäßige Abende, Partnerdinner oder auch Reisen, wie zum Beispiel diesen März zur Maison et Objet.

Das designerinnen forum, kurz df genannt, ist seit 1992 eine unabhängige Kommunikations- und Aktionsplattform für Gestalterinnen aller Berufssparten, um interdisziplinäre Kontakte, Wissensaustausch und Kooperationen zu fördern.

Ziel ist, die Qualitäten von Design, die Vielfalt der Kompetenzen von Designerinnen, ihren Arbeitsalltag und die Vereinbarkeit des Designberufs mit Familie und Lebensplanung zu diskutieren und politisch weiterzuentwickeln. Das df gibt Designerinnen Raum für die Gestaltung eigener Initiativen und hilft bei deren Umsetzung. Zu diesen df-Aktivitäten zählen Workshops, gemeinsame Veranstaltungen, öffentlichkeitswirksame Aktionen, Diskussionen und Interventionen. Im Blickpunkt stehen dabei Themen, die von gesellschaftlichem und designrelevantem Interesse sind.

Die Welt wird immer digitaler- und mit ihr auch die Designbranche. Was als kleines Netzwerktreffen in Berlin begann, ist heute zu einem Unternehmen avanciert, das in den vergangenen drei Jahren mehr als 400 Events umgesetzt hat: Die Global Digital Women. Die Initiative bietet Panel-Formate, reichweitenstarken Events rund um Female Empowerment, Employer Branding und Talent Acquisition an. Das Motto lautet „One Step Ahead“: Eine diverse Wirtschaftswelt, die dem Zeitgeist voraus ist. Ihre Mission ist es, die Welt diverser zu machen, die Gleichstellung der Geschlechter zu beschleunigen, den Anteil an Frauen in Führungsebenen und in Digitalberufen zu erhöhen und für eine gerechte Teilhabe aller in Wirtschaft und Gesellschaft einzutreten.

Die Digital Media Women gibt es seit 2010. Alles begann mit einem Tweet auf der NEXT Konferenz: Die Journalistin Carolin Beese sitzt im Publikum und ärgert sich über die – schon wieder – vielen männlichen Speaker. Wo sind die vielen starken Frauen der Branche? Carolin war nicht die Einzige, die sich daran störte, dass die Speakerpanels deutscher Konferenzen nicht die realen Kompetenzen widerspiegeln. Schnell fanden die ersten Treffen in Hamburg statt.

Das Motto: Machen statt Schnacken! Nicht mehr über das Ungleichgewicht ärgern, sondern es ändern! Ihre neueste Initiative ist „30über30“. Was wie ein klassischer Forbes-Listen-Aufruf für Einzelkämpfer klingt, richtet sich an 30 Unternehmen, die den digitalen Wandel mitgestalten und voranbringen und in denen bereits 30 Prozent und mehr der Führungspositionen mit Frauen besetzt sind. Warum 30 Prozent? Studien zeigen, dass ab diesem Prozentsatz von Frauen in Führungspositionen klassische Geschlechterstereotype an Wirkung verlieren.

Die Geschichte der Code Girls beginnt mit der erfolgreichen Teilnahme an einem Gewinnspiel eines Telekommunikationsunternehmens: Begeistert von der Aussicht ein paar Tage im sommerlichen Berlin zu verbringen und Goodies abzustauben, reisen Natalie Sontopski und Julia Hoffmann 2012 zur Campus Party in Berlin. Motiviert von den Erfolgsgeschichten junger Programmiererinnen und überzeugt, bald selbst auf Konferenzen vom eigenen Tech-Start-Up zu berichten, beschließen sie bei einem abendlichen Kaltgetränk die Gründung der Code Girls: Workshops und Vorträge rund um das Thema „Code“ für Mädchen und Frauen in Leipzig.

Die Initiative ADC future females ist ein maßgeschneiderte Leadership-Programm für weibliche High-Potentials in der Kreativbranche, das 2021 zum ersten Mal stattfand. Der Art Directors Club hat richtigerweise festgestellt: Kreativität braucht Diversität. Dafür treiben sie die Vernetzung und Weiterbildung weiblicher Führungskräften von morgen voran und haben diesen Workshop ins Leben gerufen. Auch 2022 können sich wieder ambitionierte und außergewöhnliche Frauen , die angestellt oder als Freie in der Kreativwirtschaft arbeiten, für einen der 25 kostenlosen Workshopplätze bewerben.

Im Herbst 2021 hat ein Berliner Kollektiv in der Designszene für Furore gesorgt. „Matter of course. Design beyond Objects“ wurde von 11 Designerinnen ins Leben gerufen, die selbstständig mit eigenem Studio in Berlin arbeiten. Einige fertigen ihre Entwürfe selbst, andere arbeiten mit Manufakturen und namhaften Herstellern zusammen. Mit dem gemeinsamen Projekt soll ein vertiefter und auch kritischer Austausch ermöglicht werden. Die nächste gemeinsame Ausstellung ist für die Mailänder Möbelmesse geplant.

Fotocredit: Anne Deppe

Am 8. März 2022 ist wieder internationaler Frauentag. Ein Tag, der vor allem für eines steht: Die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Doch wie sieht es mit dieser Gleichstellung eigentlich in der internationalen Designszene aus?

Der Weltfrauentag 

Seit über 100 Jahren wird am 8. März der Weltfrauentag begangen. An diesem Tag demonstrieren weltweit Frauen für mehr Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung. Im Mittelpunkt steht also die Rolle der Frau in der Gesellschaft.

Der 8. März ist dabei nach wie vor aktuell: Mit einem unbefriedigend hohen Gender Pay Gap, veralteten Frauenbildern, die durch die Corona Krise noch begünstigt werden, und dem immer noch massiven Eingriff in die Freiheitsrechte großer Teile der weiblichen Bevölkerung, wie beispielsweise aktuell in Afghanistan.

Der Weltfrauentag 2022 

Vielfältig, gleichberechtigt und integrativ – Jedes Jahr steht der Frauentag unter einem bestimmten Motto. Das Motto der UN für den Weltfrauentag 2022 lautet „Break the Bias.“  Zu Deutsch: „Stoppt die Voreingenommenheit“. Den Initiator:innen geht es darum auf Stereotypen und Vorurteile gegenüber Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen. Und diese zu durchbrechen. Unterschiede sollen gewürdigt, nicht geächtet werden.

Frauen in der Designszene 

Design ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Alltagswelt. Und doch: Obwohl ein Großteil der Weltbevölkerung weiblich ist, herrscht auch in der derzeitigen Designszene noch lange keine Gleichstellung! Wie zum Beispiel beim Produktdesign: Der Alltag unserer Dinge ist männlich.

Frauen und Designprodukte 

Was hat die Regelung der Bürotemperatur, die Breite einer Klaviertastatur oder aber die Größe unserer Smartphones gemeinsam? Sie alle sind darauf ausgelegt, sich perfekt in die Welt eines 1,75 m großen Mannes einzufügen.

Dieser „Referenzmann“ steht oftmals repräsentativ für die gesamte Menschheit. Unser derzeitiges Produktdesign lässt damit aber sowohl die kulturellen als auch sozialen Unterschiede sowie die anderen Designbedürfnisse der weiblichen Bevölkerung außer Acht. Denn Frauen sind keine „kleinen Männer“ und je weniger die Eigenschaften eines Teils der Bevölkerung beachtet werden, desto unpassender sind die daraus entwickelten Produkte und Strukturen für diesen:

Ein Beispiel? Im Durchschnitt gesehen sind Frauenhände deutlich kleiner als Männerhände, dennoch gestalten wir Dinge so, als entsprächen alle Handgrößen der von Männern. Smartphones liegen zwar locker perfekt in einer geöffneten männlichen Hand, Frauen müssen diese aber oftmals mit beide Händen halten, um sie zu bedienen.

Möchte man dann sein Smartphone genauso locker in den Hosentaschen einstecken, ergibt sich schon das nächste Problem: Frauenkleidung ist weit häufiger unter dem Aspekt des Stylings und weniger unter dem Aspekt des Nutzens designt. Die Taschen sind damit deutlich kleiner, verschwinden teilweise sogar ganz. Es soll gut aussehen, nicht praktisch sein.

Dass der Absatzmarkt für größere Hosentaschen jedoch vorhanden wäre, zeigt sich unter anderem an Aktionen wie dem Hashtag #WeWantPockets in den sozialen Medien. Dort forderten vor ein paar Jahren hunderte Frauen: „Wir wollen Hosentaschen“.

Und auch BLICKFANG Designer:innen wie Zehnle von Langsdorff, Saenguin oder Buffet machen längst vor, was Standard sein sollte: Frauenkleidung optimal angepasst an die weiblichen Bedürfnisse – sei es die perfekte Passform, das bequeme Businessoutfit oder die Verschmelzung von ästhetischem Design und funktionalen Taschen.

In der restlichen Designwelt sieht das oft immer noch anders aus! Was also passiert dort, wenn doch einmal versucht wird auf den weiblichen Markt einzugehen?

Solche Maßnahmen gehen oft einher mit Gender-Marketing oder aber stereotypischer Produktgestaltung männerdominierter Produkte: Unter dem Leitsatz „Pink it, shrink it“ unterscheiden sich zum Beispiel Werkezeuge, die speziell für Frauen designt werden, weder in einer angepassten Handhabung (leichteres Gewicht) noch funktionalen Differenzierung: Sie sind lediglich kleiner und in „weiblichen“ Farben gestaltet.

In der männerdominierten Design-Branche sind unsere alltäglichen Designs also häufig besser an die Bedürfnisse von Männern angepasst. Da aber Designer:innen oftmals unbewusst ihr „Geschlecht“ mit in ihren Designs transportieren, ist es längst an der Zeit, unseren weiblichen Designerinnen mehr Raum zu geben!

Frauen als Designerinnen 

Wie in vielen männerdominierten Branchen, so sind auch im Design Frauen häufig weniger sichtbar als ihre männlichen Kollegen.  Frauen sind nicht nur in der Literatur, sondern ebenso in Museumsausstellungen, Führungsrollen oder als Gründerinnen unterrepräsentiert:

Obwohl beinahe die Hälfte aller Designstudierenden Frauen sind, machen weibliche Führungskräfte in der Kreativbranche heute nur etwa 5-11% aus. Von Frauen geführte Kreativagenturen sogar nur 1%. Das Berufsfeld Design ist zudem eines der 20 Felder mit dem größten Gender Pay Gap.

Doch woran liegt das?

Geschichtlich gesehen wurden Designerinnen und ihr Werk größtenteils aus dem Blickwinkel von Männern begutachtet. Weibliches Design wurde damit vermehrt als Teil des Werks ihrer berühmten Männer (Ehemänner, Brüder, Väter) betrachtet. Eine positive Ausnahme mögen hier zwar Charles und Ray Eames sein – aber sind wir ehrlich: Wer hat schon von Aino Aalto, der Designerin an der Seite von Alvar Aalto gehört?

Oder Charlotte Perriand? Sie entwickelte zusammen mit Le Corbusier und Pierre Jeanneret eine Liege, die heute nur noch als „Corbusier-Liege“ bekannt ist. Erst in den letzten Jahren rückte sie vom Hintergrund ins Zentrum der Betrachtungen zur Moderne der 20er Jahre. Einige ihrer Möbel werden noch immer fabriziert. Jetzt unter ihrem Namen.

Berühmte Designer:innen werden also allzu oft mit Männern assoziiert und so fehlt es an weiblichen Vorbildern für Führungsrollen.  

Und nicht nur das…Eine fehlende Unterstützung für Mütter, frauenfeindliche Vorurteile über technische Fähigkeiten oder allzu oft männlich dominierte Preisjurys tragen ebenso zu den schlechteren Aufstiegschancen weiblicher Designerinnen bei. Aus diesem Anlass berät man derzeit auch im Art Directors Club für Deutschland über den Anteil an weiblichen ADC Jury-Mitgliedern. (Momentan liegt die Frauenquote bei nur 20%!)

Dabei ist es gar nicht so schwer! Schauen wir uns nur einmal Skandinavien an: Die starke Tradition der Gleichberechtigung in den nordischen Ländern hat Frauen dort sowohl Zugang zu Bildung und Lehrstellen als auch vermehrt Führungspositionen in der Designindustrie verschafft. Zwar gibt es auch hier noch immer mehr Männer als Frauen in der Branche, im internationalen Vergleich aber finden sich dort auffällig viele Frauen im Design.

Ein Blick in die Zukunft 

Jetzt die gute Nachricht! Design wird weiblicher, Designerinnen werden sichtbarer.

Der zunehmende Einfluss von Gender-Marketing wird auch die Produktgestaltung beeinflussen. Die gesetzten Vorstellungen von typisch männlichem (hart, eckig, dunkle Farben) und weiblichem (weich, rund, leuchtende Farben) Design, werden immer mehr gelöst und gendersensibles oder Unisex Design wird so nicht nur zum Trend, sondern Standard.

Weltweite Initiativen und Netzwerkveranstaltungen, wie etwa das 2016 von der New Yorkerin Jessica Walsh gegründete „Ladies, Wine & Design“, animieren und motivieren Frauen in der Kreativszene außerdem dazu, sich und ihre Arbeit gegenseitig zu unterstützen, sichtbarer zu werden und so die gegebenen Umstände zu ändern!

Who run the world? Girls!  

Und auch du kannst dazu beitragen, weibliche Designer:innen in den Fokus zu setzten, indem du aktiv weibliche Unternehmen unterstützt!

Bei der BLICKFANG zum Beispiel ist es glücklicherweise so, dass knapp 50% unserer Labels von Frauen geführt werden und wir daher an unseren Messen aus den Vollen schöpfen können, wenn wir dir unglaublich inspirierende Labels und ihre Macherinnen vorstellen.

Weitere Inspirationen 

Dich beschäftigt das Thema Frauen und Design genauso wie uns? Du möchtest unbedingt noch mehr dazu erfahren? Dann kommen hier drei inspirierende, zum Teil überraschende, aber auf jeden Fall lesenswerte Bücher:

Unsichtbare Frauen, Caroline Criado-Perez

Design von Frauen, Charlotte Fiell & Clementine Fiell

Patriarchat der Dinge, Rebekka Endler

Außerdem empfehlenswert:

Die Ausstellung Spot On. Designerinnen in der Sammlung im Vitra Design Museum