Atelierbesuch mit Apéro:

MO | 20. Okt 18 – 20 Uhr

Ateliergemeinschaft Zürich
Bernerstrasse Nord 180
8064 Zürich

Als langjährige Ausstellerin der BLICKFANG öffnet Nina von fink und star exklusiv für unsere treuesten Besucher:innen und Fans ihr Atelier in Zürich – ein ganz besonderer Blick hinter die Kulissen ihres kreativen Schaffens.

Erlebt hautnah, wie Mode, Textildesign und Biologie in ihrem neuesten Projekt „Seide auf Seide“ verschmelzen. Vom mikroskopischen Blick auf den Lebenszyklus der Seidenraupe bis hin zu handgefertigten, tragbaren Unikaten – Nina zeigt, wie Nachhaltigkeit und kreative Experimente zu einzigartigen Seidenblusen führen.

Gemeinsam mit Stoffdesignerin Emanuela präsentiert Nina die neuen Kollektionen, erzählt von der Entstehung der Prints und gibt Einblicke in ihre Arbeitsweise sowie laufende Kollaborationen. Beim anschließenden Apéro kannst du noch tiefer in die Welt von fink und star eintauchen, die Stücke entdecken und dich mit der Designerin und den anderen Teilnehmenden austauschen.




*Hinweis: Die Plätze für das Event sind begrenzt. Schnell anmelden und die Chance nutzen, Teil dieses exklusiven Atelierbesuchs zu sein! Anmeldeschluss ist Samstag, 18. Oktober. Eine Teilnahmebestätigung erfolgt direkt nach der Anmeldung.

Das Team hinter The Form Follows
Das Team hinter „The Form Follows“

Wenn sich Wiener Wurzeln mit Erfahrungen aus New York und Los Angeles verbinden, entsteht ein Blick auf Design, der international geprägt und dennoch fest in Europa verankert ist. Genau diesen Weg geht THE FORM FOLLOWS, gegründet von Anna & Michael Trubrig und mit Designs von Iris Papst, Pia Kirchler, sowie Klemens Schillinger. Das junge Label wurde auf der BLICKFANG Wien mit dem Future Forward Award ausgezeichnet – eine Anerkennung für Möbel, die durch klare Linien, subtile Details und einen zeitlosen Anspruch überzeugen.

Im Interview spricht Anna über die Entstehung von THE FORM FOLLOWS, ihre Liebe zu modularen Lösungen, die Balance von Reduktion und Poesie – und warum ihre Entwürfe „keine flüchtigen Gäste, sondern bleibende Begleiter“ sind.

Wie hat sich die Idee zu THE FORM FOLLOWS entwickelt – gab es einen Moment, an dem euch klar wurde, dass daraus ein eigenes Label entstehen soll?

Wir vertreiben seit fast 15 Jahren europäisches Design im amerikanischen Raum mit Showrooms in New York und Los Angeles. Nachdem wir Stillfried Design einige Jahre geführt haben, kam uns relativ bald die Idee, eine eigene Brand zu entwickeln.

Eure Möbel zeichnen sich durch klare Linien und subtile Details aus. Wie gelingt euch die Balance zwischen Reduktion und Poesie?

Durch bewusstes Weglassen von Überflüssigem tritt die Form in den Vordergrund – und in dieser Klarheit entfaltet sich ihre Poesie.

Modularität spielt bei euch eine große Rolle – warum ist dieses Prinzip für euch so wichtig?

Modularität ist uns wichtig, weil Möbel so in unterschiedlichsten Räumen funktionieren, mit ihren Besitzer:innen mitwachsen und damit eine nachhaltige Alternative zum ständigen Neukauf bieten.

Ihr habt sowohl Wurzeln in Wien als auch Erfahrung aus New York und Los Angeles. Wie prägt diese Mischung eure Arbeit heute?

Man muss zwischen Stillfried Design und THE FORM FOLLOWS unterscheiden: THE FORM FOLLOWS ist ein österreichisches Label mit Fokus auf den europäischen Markt. Gleichzeitig werden wir unser amerikanisches Netzwerk nutzen – mit Stillfried Design haben wir einen starken Vertriebspartner an unserer Seite. Wir kennen den US-Markt inzwischen gut, sammeln Rückmeldungen unserer Kund:innen und lassen diese Erfahrungen in die Entwicklung unserer eigenen Kollektion einfließen.

Manche eurer Stücke wirken wie stille Begleiter, andere als Statement-Pieces. Wie entscheidet ihr, welche Richtung ein Entwurf nimmt?

Am Anfang steht eine Inspiration – und dann ist es für uns selbst spannend zu sehen, welchen Weg ein Entwurf im Designprozess einschlägt.

Materialien wählt ihr mit großer Sorgfalt – worauf achtet ihr dabei besonders, und gibt es ein Material, das euch gerade besonders fasziniert?

Wir arbeiten bewusst mit einer Vielfalt an Materialien – jedes hat seinen eigenen Willen, und genau diese Eigenheiten machen den Prozess so spannend.

Euer Designansatz ist zeitlos gedacht. Wie schafft ihr es, dem Druck kurzfristiger Trends zu widerstehen?

Ausgangspunkt ist unser eigener Anspruch, selbst lange Freude an Produkten zu haben. Deshalb setzen wir auf klare, zeitlose Formen.

Kollaborationen – wie mit Klemens Schillinger – sind Teil eures Selbstverständnisses. Was reizt euch am Arbeiten im Kollektiv?

Wir kollaborieren gerne, weil wir sehen, dass viele Designer:innen Schwierigkeiten haben, ihre Entwürfe produzieren zu lassen und auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig bereichert uns die Zusammenarbeit, da wir neue Herangehensweisen kennenlernen und unser Blickfeld erweitern.

Ihr habt gesagt: „Unsere Entwürfe sind keine flüchtigen Gäste – sie bleiben.“ Gibt es ein Stück, das dieses Versprechen für euch ganz besonders verkörpert?

Vielleicht verkörpert der Everyday Table dieses Versprechen am stärksten: schlicht im Design, aus Vollholz gefertigt, zieht er mit seinen Besitzer:innen mit und wird zum Zentrum des Zuhauses.

Wie fühlt es sich an, für eure Arbeit mit dem Future Forward Award ausgezeichnet zu werden – und was erwartet ihr euch von der kommenden BLICKFANG Wien?

Die Auszeichnung erfüllt uns natürlich mit Stolz – gerade als junges Label diese Aufmerksamkeit zu bekommen, bedeutet uns viel. Von der kommenden BLICKFANG Wien erwarten wir uns, unsere Marke einem breiteren Publikum sichtbar zu machen und uns mit anderen Marken und Designer:innen austauschen zu können.

Anna und ihr Team kannst du an der BLICKFANG in Wien kennenlernen, mehr über die Geschichte und Produkte von The Form Follows erfahren und diese natürlich direkt ausprobieren und kaufen. Hier geht es zu den den Tickets!

BABERETI von Future Forward Gewinnerin Insa Decker

Aus der eigenen Lebenserfahrung heraus entstehen oft die besten Ideen – so auch bei Insa Decker. Mehrere Umzüge und die wiederkehrende Suche nach fehlenden Möbelstücken brachten sie auf den Gedanken, ein Systemmöbel zu entwickeln, das flexibel, nachhaltig und langlebig zugleich ist. Mit BABERETI hat sie ein modulares Möbel entworfen, das Bank, Bett, Regal und Tisch in einem ist – und damit den Anspruch erfüllt, Menschen ein „Möbel fürs Leben“ an die Seite zu stellen.

Bei der BLICKFANG Wien wurde sie dafür mit dem Future Forward Award ausgezeichnet – eine besondere Anerkennung für ihre klare Vision von Design, das sich an den Bedürfnissen einer mobilen Gesellschaft orientiert. Im Interview erzählt sie, wie die Idee zu BABERETI entstanden ist, welche Rolle ihre Schreiner:innenausbildung spielt und warum für sie Nachhaltigkeit und Mobilität untrennbar mit Design verbunden sind.

Dein Möbel ist aus deinen eigenen Umzugserfahrungen heraus entstanden. Kannst du uns von dem Moment erzählen, als die Idee zu BABERETI geboren wurde?

Die Idee ist während einem meiner Umzüge entstanden. Mir ist dabei aufgefallen, dass viele WG-Zimmer zwar teilweise möbliert waren, aber jedes Mal ein anderes Möbelstück fehlte. So musste ich mir immer wieder etwas Neues organisieren. Aus dieser wiederkehrenden Situation ist nach und nach die Idee zu BABERETI entstanden.

Vier Module, die sich in Bank, Bett, Regal oder Tisch verwandeln – wie bist du auf diese Lösung gekommen?

Am Anfang stand die Idee, ein System zu entwickeln, das mit wenigen Teilen die wichtigsten Grundmöbel abdeckt: Bank, Bett, Regal und Tisch. Daraus entstand der Anspruch, alle Module so zu gestalten, dass sie identisch produziert werden können und dadurch flexibel einsetzbar sind. Mit nur vier gleichen Modulen lassen sich alle Varianten bauen.

Welche Rolle spielt für dich die Verbindung von Handwerk und Design – gerade, weil du eine Schreiner:innenlehre gemacht hast?

Für mich ergänzen sich Handwerk und Design einfach gut. Durch meine Schreinerinnenausbildung habe ich ein Gefühl dafür bekommen, wie Materialien funktionieren und wie Möbel aufgebaut sind. Das hilft mir beim Entwerfen, weil ich schon früh darüber nachdenke, wie etwas praktisch umsetzbar ist. Es ist aber keineswegs nötig, Handwerkerin zu sein, um Möbel zu gestalten. Für mich war es einfach eine wertvolle Erfahrung, die mir ermöglicht hat, meine Ideen direkter auszuprobieren und ein Gespür für Qualität und Langlebigkeit zu entwickeln.

Nachhaltigkeit ist ein Kern deines Konzepts. Was bedeutet für dich „ein Möbel fürs Leben“?

Ein Möbel fürs Leben bedeutet für mich, dass es ein Stück gibt, das dich durch jede Lebensphase begleitet. Es soll leicht zu transportieren sein, wenig Platz einnehmen und dadurch immer das erste Möbelstück sein, das man beim Umzug mitnimmt. Gleichzeitig ist es so zurückhaltend gestaltet, dass es in ganz unterschiedliche Räume passt. Im Bezug auf BABERETI ist es so flexibel, dass es je nach Bedarf mal als Bett, mal als Regal, mal als Tisch oder Bank genutzt werden kann. Diese Vielseitigkeit macht es zu einem Möbel, das man nicht austauschen muss, wenn sich das Leben verändert.

Du setzt auf lokale Hölzer und modulare Bauweise. Wie wichtig ist dir die Nähe zu Materialien und Produktion?

Für mich macht es sowohl ökologisch als auch ökonomisch Sinn, Möbel dort zu produzieren, wo sie genutzt werden, und dabei auf die Hölzer zurückzugreifen, die vor Ort wachsen. Eine Idee des Projekts war es deshalb, ein nachhaltiges Distributionskonzept zu entwickeln. Über eine Webseite könnten Produzentinnen und Produzenten gelistet sein, die an unterschiedlichen Standorten arbeiten. Bei einer Bestellung würde automatisch die nächstgelegene Werkstatt vorgeschlagen, die dann mit den jeweils verfügbaren Hölzern arbeitet. Das schafft kurze Wege und eine enge Verbindung zu den Materialien. Ich sehe diese Lösung als Möglichkeit, nicht als festen Plan. Es gibt verschiedene Wege, ein Produkt nachhaltig zu produzieren und in Umlauf zu bringen.

Welche Herausforderungen gab es bei der Entwicklung – gab es zum Beispiel einen Prototyp, der nicht so funktioniert hat wie geplant?

Natürlich, es gab mehrere Prototypen, die anfangs nicht so stabil waren, wie ich es mir gewünscht habe. Mein Anspruch war, ein Möbelstück zu entwickeln, das ganz ohne Werkzeug auf- und abgebaut werden kann. Diese Idee hat am Anfang für Stabilitätsprobleme gesorgt, die ich Schritt für Schritt lösen musste. Der Weg von der ersten Skizze bis zum funktionierenden Möbel war also ziemlich lang. Aber ich habe gelernt, dass es immer irgendeine Lösung gibt. Die Kunst ist, die einfachste zu finden, damit das Projekt nicht nur praktisch, sondern auch wirtschaftlich bleibt.

Deine Möbel sind für eine mobile Gesellschaft gedacht. Wie stellst du dir vor, dass BABERETI den Alltag von Menschen verändert?

Ich glaube nicht, dass BABERETI den Alltag grundsätzlich verändern sollte. Es soll vielmehr eine Möglichkeit bieten, ein Möbelstück zu besitzen, das sich unkompliziert mitnehmen lässt, das bei jedem Umzug wieder aufgebaut werden kann, ohne Schaden zu nehmen, und das sich immer wieder den veränderten Bedürfnissen anpasst. Heute vielleicht als Bett, morgen als Regal oder Bank. Ich finde die Vorstellung schön, dass ein Möbelstück einen ein Leben lang begleiten kann, vielleicht vom Kinderzimmer bis in die Seniorenresidenz. Für mich hat das etwas von Heimat, die man immer dabei hat.

Was war bisher das schönste Feedback, das du von jemandem bekommen hast, der dein Möbel benutzt?

BABERETI wurde ein Mal für ein Kinderheim in Deutschland gebaut. Dort habe ich es gemeinsam mit den Betreuungspersonen getestet und aufgebaut. Das Möbelstück wurde für den Gemeinschaftsraum gekauft, in dem es als Regal oder Bank genutzt wird. Falls jedoch für einen gewissen Zeitraum ein zusätzliches Schlafzimmer benötigt würde, könnte BABERETI zu einem Bett umfunktioniert werden. Das Kinderheim hat sich deshalb sehr über die flexiblen Einsatzmöglichkeiten gefreut.

Wenn du in die Zukunft schaust – wie könnte sich BABERETI weiterentwickeln? Denkst du über weitere Module oder ganz neue Möbel nach?

Ich sehe viele spannende Erweiterungsmöglichkeiten. Denkbar wären zum Beispiel Kisten in der passenden Größe, die sich ins Regal oder unter das Bett schieben lassen, oder ein Hakensystem, mit dem sich Module platzsparend an der Wand aufbewahren lassen. Auch Transportlösungen wie eine Tasche oder Box für Menschen, die besonders oft umziehen, könnte ich mir gut vorstellen. Momentan möchte ich mich aber darauf konzentrieren, BABERETI in seiner jetzigen Form auf den Markt zu bringen und die richtigen Wege dafür zu finden.

Wie fühlt es sich an, den Future Forward Award bei der Blickfang Wien gewonnen zu haben – und worauf freust du dich bei der Messe am meisten?

Ich war überrascht und habe mich sehr über die Auszeichnung gefreut. Am meisten gespannt bin ich darauf bei der Blickfang Design Messe, als renommierte Repräsentationsmöglichkeit vieler Design Labels, viele interessante Menschen kennenzulernen, die designorientiert und lösungsorientiert arbeiten. Zusätzlich ist es etwas ganz besonderes für für mich im MAK ausstellen zu dürfen, welches zu meinen Lieblings Museen in Wien zählt.

Insa kannst du an der BLICKFANG in Wien kennenlernen, noch mehr über ihre Geschichte und BABERETI erfahren und das Möbelstück natürlich direkt ausprobieren und kaufen. Hier geht es zu den den Tickets!




Lea Good Gründerin und Designerin von Baiushki

Schmuck, der wie von der Natur geformt scheint, ein Showroom, der selbst zum Kunstwerk wird, und eine Designerin, die lieber mit den Händen als mit dem Computer arbeitet: Lea Good hat mit BAIUSHKI eine Welt geschaffen, die leise, poetisch und zugleich kraftvoll ist. Im Interview spricht die Zürcherin, die heute in Basel lebt, über die melancholische Melodie, die ihrem Label den Namen gab, über Nächte, in denen sie Wände mit Lehm verputzte, und über die Freiheit, wenn Schmuckstücke entstehen, die es nur ein einziges Mal gibt.

Der Name BAIUSHKI hat einen ganz besonderen Klang. Was bedeutet er und wie bist du darauf gekommen?

 „BAIUSHKI kommt von einem russisch-slawischen Schlaflied, Bajuschki baju. Meine Mutter hat es mir als Kind oft vorgesungen. Es ist eine sehr melancholische, aber wunderschöne Melodie, die mich schon mein ganzes Leben begleitet. Ich habe zwar keine russischen Wurzeln, aber dieses Lied ist wie ein Stück Geborgenheit für mich. Es gibt keine direkte Übersetzung, es ist mehr ein beruhigender Laut, ein Wiegen in den Schlaf. Genau dieses Gefühl wollte ich auch in meinem Schmuck spürbar machen.“

Du hast deinen Showroom in Basel selbst gestaltet. Warum war dir das wichtig?

„Ich wollte, dass unser Schmuck die perfekte Bühne bekommt. Deshalb haben wir den gesamten Innenausbau selbst umgesetzt. Natürlich mit der Hilfe von Freund:innen, aber vor allem mit unseren eigenen Händen. Ich habe zum Beispiel jede Wand eigenhändig mit Lehm verputzt, oft bis spät in die Nacht. Für uns war klar: Der Raum selbst soll wie ein grosses Display wirken und dieselbe Designsprache sprechen wie der Schmuck. Alles andere hätte sich falsch angefühlt.“

Welche Gestaltungselemente hast du ganz bewusst eingebracht?

 „Für mich war wichtig, organische Formen aufzugreifen – die Tische, der Spiegel, selbst und alle Möbel haben weiche, freie Linien. Bei den Oberflächen haben wir bewusst natürliche Materialien gewählt, die im Kontrast zu den kühlen, metallischen Schmuckstücken stehen. Wir haben mit einer speziellen Spachtelmasse gearbeitet, die aus natürlichen Sedimenten besteht, geschliffen, geölt und gewachst. Jeder Zentimeter wurde mit unseren Händen bearbeitet. Dieses Handgemachte, das Spüren von Material, sollte sich direkt auf den Schmuck übertragen.“

Bevor du zum Schmuck gekommen bist, hast du Floristin gelernt und Modedesign studiert. Wie hat dich das geprägt?

 „Die Floristik begleitet mich bis heute. Ich liebe Strukturen, das Anordnen von Formen und Texturen, die ich in der Natur finde. Das spiegelt sich stark in meinen Schmuckstücken wider. Auch das Modedesign hat mich geprägt: Da ging es immer darum, wie etwas am menschlichen Körper wirkt. Mit einer Freundin habe ich damals das Modelabel Fink & Star gegründet das jetzt auch regelmäßig bei der BLICKFANG mit dabei ist. Aber irgendwann habe ich gespürt: Mich zieht es stärker zum freien Gestalten, ich will mit meinen Händen arbeiten. Schmuck war meine Antwort. Ich habe mit einem Abendkurs bei einer Goldschmiedin angefangen, sass dann jeden Abend am Küchentisch, habe gesägt, gehämmert, gefeilt und konnte nicht mehr aufhören.“

Ursprünglich kommst du aus Zürich, jetzt lebst und arbeitest du in Basel. Wie hat dich dieser Wechsel beeinflusst?

„Ich bin wegen der Liebe nach Basel gezogen. Diese Liebe ist zwar gegangen aber ich bin rotzdem geblieben. Unser Showroom ist hier, und ich mag die entspannte Atmosphäre und die spannende Kulturszene der Stadt. Aber Zürich ist für mich nach wie vor wichtig. Dort habe ich BAIUSHKI gegründet, in einem Zimmer in meiner damaligen Wohnung. Eines Tages möchte ich unbedingt auch dort wieder einen Laden eröffnen.“

®Sophia_Lavater

Wie würdest du deine Designsprache beschreiben?

 „Meine Designsprache ist sehr intuitiv. Ich gestalte frei mit meinen Händen, nicht am Computer. Meine Stücke sind schlicht und ruhig, aber immer mit einem kleinen spannenden Element. Ich arbeite so lange, bis sich ein Schmuckstück für mich richtig anfühlt – dann weiss ich, dass es fertig ist.“

Kannst du uns deinen kreativen Prozess näher beschreiben?

„Ich arbeite viel mit Wachs. Oft beginne ich mit einem Stück, das ich schmelze, drehe, schneide vieles entsteht durch Zufall. Manchmal mache ich hundert Versuche, bis sich eine Form ergibt, die mich überzeugt. Danach lasse ich das Modell in Metall giessen und prüfe, wie es sich trägt. Es ist ein sehr experimenteller, spielerischer Prozess. Ich liebe es, wenn sich plötzlich etwas ergibt, was ich so gar nicht geplant hatte.“

Mit welchen Materialien arbeitest du am liebsten – und welche möchtest du noch ausprobieren?

„Wir arbeiten hauptsächlich mit Silber und vergoldetem Silber. Letztes Jahr haben wir unsere erste Echtgold-Kollektion gelauncht. Gerade entdecke ich die Arbeit mit Steinen, vor allem Saphiren. Ich habe eine tolle Lieferantin in Deutschland gefunden, die mit nachhaltig gewonnenen, fair gehandelten Steinen arbeitet. Ich freue mich sehr darauf, die Steine organisch in meine Designs einzubetten.“

In deinem Atelier kann man dir bei der Arbeit über die Schulter schauen. Wie erlebst du diesen Kontakt zu Kund:innen?

„Unser Atelier ist offen, man kann zuschauen. Gerade bei Eheringen ist das etwas Besonderes: Paare sind oft von Anfang an dabei, sehen die Modelle, können den Prozess miterleben. Ich habe keine Standardkollektion, jeder Ring ist ein Unikat. Es ist ein schönes Gefühl, wenn Menschen genau diesen persönlichen Bezug zu ihrem Schmuckstück haben. Auch das Chaos auf meinem Tisch gehört dazu“

®Sophia_Lavater

Auf deiner Website gibt es die Serie RARE, bei der jedes Stück ein Unikat ist. Was bedeutet dir dieses Projekt?

„RARE ist für mich absolute Freiheit. Ich muss nicht überlegen, ob sich ein Design hundertfach verkaufen lässt, sondern kann einfach drauflos gestalten. Ich kann komplexe Formen ausprobieren, die sich sonst nicht vervielfältigen liessen. Für unsere Kund:innen ist es genauso besonders – die Stücke sind fast immer sofort ausverkauft. Ich liebe dieses Projekt, weil es Raum für Experimente gibt.“

®Sophia_Lavater

Wo verkaufst du deine Schmuckstücke hauptsächlich?

„Am liebsten direkt hier im Studio, weil die Menschen die Stücke erleben können. Aber wir verkaufen auch online und über tolle Partnerläden. Insgesamt ist es eine schöne Mischung – aber der Showroom ist unser Herzstück.“

Gibt es eine Begegnung mit Kund:innen, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

 „Es gibt so viele! Besonders schön war das Erlebnis mit einer Kundin, die sich einen Ehering mit Steinen gewünscht hat, obwohl das für mich Neuland war. Ich habe ihr offen gesagt, dass ich noch am Experimentieren bin. Sie meinte nur: ‚Genau deshalb will ich, dass du ihn machst.‘ Am Ende war sie überglücklich und solche Momente sind sehr spannend und erfüllend.“

Hast du selbst ein Lieblingsstück aus deinen Kollektionen?

 „Das wechselt ständig. Den Yerera Ring aus meiner dritten Kollektion habe ich mir in Echtgold angefertigt – den trage ich fast immer seit vielen Jahren. Aber gerade ist ein Prototyp aus der kommenden Kollektion mein Favorit. Es hängt sehr von meiner Stimmung ab, was ich auswähle.“

Was wünschst du dir für die Zukunft von BAIUSHKI?

„Mein größter Traum ist ein Laden in Zürich. Dort hat alles begonnen, und ich möchte die Geschichte weiterführen am liebsten in einem Showroom, den wir wieder von Grund auf selbst gestalten. Ausserdem möchte ich meine Arbeit mit Steinen weiterentwickeln und neue Designs schaffen, die Menschen lange begleiten. Und ich hoffe, dass BAIUSHKI immer ein Ort bleibt, an dem Handarbeit, Intuition und persönliche Begegnungen im Mittelpunkt stehen.“

Lea kannst du an der BLICKFANG in Zürich kennenlernen, noch mehr über ihre Geschichte und ihre Produkte erfahren und diese natürlich direkt anprobieren und kaufen. Hier geht es zu den den Tickets!

Czech Design auf der BLICKFANG Wien 2025

Die BLICKFANG Wien 2025 feiert die Vielfalt europäischen Designs – und dieses Jahr rückt ein Land besonders ins Rampenlicht: Tschechien. Mit einer eigenen Sonderfläche präsentiert sich Czech Design und bringt sieben spannende Labels nach Wien, die das reiche Spektrum tschechischer Gestaltung zeigen: von innovativen 3D-Druck-Objekten über filigrane Papierkunst bis hin zu avantgardistischer Mode.

Design trifft Innovation: Martin Žampach

Der Industrie-Designer Martin Žampach verbindet fast 20 Jahre Erfahrung mit einem klaren Blick in die Zukunft. Sein Fokus liegt auf additiven Fertigungstechnologien: 3D-Druck dient ihm nicht nur als Werkzeug für Prototypen, sondern längst auch für nachhaltige Endprodukte. Seine Objekte vereinen japanische Klarheit und skandinavische Reduktion – minimalistisch, funktional, präzise. Für Žampach ist Design ein Zusammenspiel aus Ästhetik, Effizienz und digitalem Handwerk.

Poesie aus Papier: PORIGAMI

Hinter PORIGAMI steht die Architektin Tereza Hradilková, die aus schlichten Bögen einzigartige Kunstwerke erschafft. Mit Laser-Schnitt und handgefertigten Stempeln verwandelt sie Papier in poetische Objekte, inspiriert von der japanischen Kunst des GAMI. Ihre Arbeiten sind zeitlose Stücke, die die Schönheit des Materials feiern und zeigen, wie filigran Design sein kann.

Mode mit Seele: Eiri

Das Label Eiri, gegründet von Klára Holanová, steht für zeitlose Mode mit klaren Silhouetten, die sowohl minimalistisch als auch skulptural wirken können. Die für die Marke charakteristischen gedeckten Farben und faszinierenden Materialtexturen verleihen den Kleidungsstücken ein Gefühl von Poesie, Geheimnis und Spannung. Die Materialien werden hauptsächlich aus Japan, aber auch aus Italien und der Tschechischen Republik bezogen, wobei die Qualität für die Marke von entscheidender Bedeutung ist. Eiri versteht Mode als Geschichtenerzählerin – jedes Kleidungsstück soll in Resonanz mit der Persönlichkeit der Träger:innen treten.

Luxury Space Punk: Lucie Marková

Mit ihrem unverwechselbaren Stil zwischen Minimalismus, Surrealismus und Sci-Fi prägt Lucie Marková die tschechische Modeszene. Sie selbst beschreibt ihn als „Luxury Space Punk“. Seit 2024 arbeitet sie verstärkt an digitalen Mustern und künstlerischen Projekten, die Mode als Ausdruck innerer Schönheit verstehen. Nachhaltigkeit und Innovation gehen dabei Hand in Hand.

Maßgeschneiderte Nachhaltigkeit: Mikela da Luka

Das Label Mikela da Luka zeigt, wie eng Nachhaltigkeit und Individualität verbunden sein können. Die Designerin begann mit grafischen T-Shirt-Entwürfen und führt heute ein Modelabel für Damen, Herren und Kinder. Gefertigt wird ausschließlich in kleinen Werkstätten aus regionalen Stoffen. Das Ergebnis: zeitlose Mode mit klaren Schnitten, individuellen Drucken und langlebigen Materialien.

Minimalismus mit Twist: SOOLISTA

Bekannt geworden mit innovativen Hemden, bietet SOOLISTA heute ein breites Sortiment von Kleidern über Mäntel bis hin zu Blazern. Die Marke steht für Minimalismus, der nicht kühl wirkt, sondern frisch, elegant und detailverliebt. Mit hochwertigen, natürlichen Materialien schaffen die Designer:innen eine Balance zwischen urbanem Stil und Naturverbundenheit.

Porzellan mit Charakter: Porcelanelerie

Die Prager Porzellanmanufaktur Porcelanelerie fertigt liebevoll handbemalte Unikate. Ob Geschirr oder Schmuck – jedes Stück erzählt seine eigene Geschichte. Mal verspielt mit Punkten und Strichen, mal detailreich mit Blumen- oder Tiermotiven. Der Charme liegt in der Einzigartigkeit: kleine Variationen machen jedes Objekt zu einem unverwechselbaren Kunstwerk.

Ein Schaufenster für die Zukunft des Designs

Die Sonderfläche Czech Design zeigt eindrucksvoll, wie facettenreich die tschechische Designszene ist: innovativ, nachhaltig und stets nah am Handwerk. Ob 3D-gedruckte Objekte, kunstvolle Papeterie oder avantgardistische Mode – Besucher:innen dürfen sich auf eine Entdeckungsreise voller Kreativität freuen.

Tickets für die BLICKFANG Wien gibt es hier.

Von Ideen zu Innovationen – Der Wettbewerb für Studierende

Die BLICKFANG Zürich ist nicht nur Messe, sondern auch Bühne für die Designstars von morgen. Im Rahmen des Studierendenwettbewerbs präsentieren junge Designer:innen ihre Prototypen, Konzepte und Visionen. Für die Teilnehmer:innen ist das die perfekte Gelegenheit, ihr Können einem breiten Publikum zu zeigen, wertvolles Feedback zu erhalten und erste Schritte in die professionelle Designwelt zu gehen.

Hier entstehen neue Ansätze für Wohnen, Arbeiten und Leben – überraschend, inspirierend und mutig.

Isabel Neuenschwander: „Modul 21“ – Vielseitigkeit trifft Schlichtheit

Isabel Neuenschwander von der Hochschule Luzern hat mit „Modul 21“ ein Möbel entworfen, das in unterschiedlichsten Raumsituationen flexibel eingesetzt werden kann. Das Design orientiert sich subtil am klassischen Freischwinger, ohne ihn zu imitieren: ruhig, funktional und präzise. Das Möbelstück ordnet sich dem Raum unter, ohne seine gestalterische Eigenständigkeit zu verlieren. Ein harmonisches Beispiel dafür, wie zurückhaltendes Design maximalen Nutzen erzeugen kann.

Dana Stefanizzi: „Auruo Linea“ – Licht, das sich anpasst

Die Innenarchitekturstudentin Dana Stefanizzi von der Hochschule Luzern hat mit „Auruo Linea“ eine Leuchte entwickelt, die gezieltes Arbeitslicht und stimmungsvolles Umgebungslicht vereint. Der zylinderförmige Leuchtenkopf sendet Licht nach oben und unten, flexibel steuerbar über fünf verschiedene Lichtszenarien. Ein integrierter Farbfilter setzt dezente Akzente, während die Leuchte durch den Einsatz von Monomaterialien vollständig recycelbar ist.

Auruo Linea schafft eine angenehme Balance zwischen Funktionalität und Atmosphäre – perfekt für Homeoffice, kreative Arbeitsplätze oder abendliche Projekte.

Angelique Tscherne: „Perfekd. On is own way“ – Ein Möbel, das mitwächst

Angelique Tscherne von der New Design University St. Pölten hat als Abschlussprojekt der Ortweinschule ein Möbelstück entworfen, das die Kommunikation zwischen Kindern und Erwachsenen fördert und gleichzeitig flexibel nutzbar ist. Das Möbel kann als Ergänzung zu gängigen Hochstühlen auf Augenhöhe genutzt werden oder bei Bedarf zu einer Sitzbank umfunktioniert werden. Gefertigt aus massivem Eichenholz mit weiß geölter Ahorn-Einlegeplatte, verbindet es traditionelle Handwerkskunst mit präziser CNC-Bearbeitung.

Mit diesem Entwurf zeigt Tscherne, wie Design Barrieren überwinden und emotionalen Wert schaffen kann – ein Möbelstück, das wächst und sich den Bedürfnissen seiner Nutzer:innen anpasst.

Sophia Ludwig & Oskar Poetsch: „GALAKTISCH“ – Beistelltisch mit Orbit-Optik 

Die Berliner Designstudierenden Sophia Ludwig & Oskar Poetsch haben mit ihrem Projekt „Galaktisch“ einen Beistelltisch entworfen, der die Faszination von Planetenbahnen in Möbel überträgt.  Die Tischplatte aus Formvlies – einem Material aus recycelten PET-Fasern – zeigt durch Ein- und Auskerbungen die Anmutung von Umlaufbahnen. Ein Gestell aus gebürstetem Rundstahl greift in eine umlaufende Sicke, sodass die Platte scheinbar schwebt.  „Galaktisch“ vereint experimentelle Ästhetik, Funktionalität und Nachhaltigkeit. Der Tisch ist nicht nur praktische Ablage, sondern auch ein Designobjekt, das durch Materialinnovation und Präzision begeistert. 

Gwendoline Loulé: GLOO – Lichtsystem mit Nachhaltigkeitsanspruch

Gwendoline Loulé von der Hochschule Luzern präsentiert mit GLOO ein modulares Lichtsystem, das weit über klassische Leuchten hinausgeht. GLOO ist kein Produkt im herkömmlichen Sinn, sondern ein flexibles System: Kernstücke sind der stromführende Power Ring und die magnetisch verbundenen Light Rings, die sich beim Zusammensetzen automatisch einschalten und beim Trennen ausschalten.

Die Leuchte passt sich den Bedürfnissen der Nutzer:innen an: Lichtmodule können hinzugefügt, entfernt oder ausgetauscht werden. GLOO lässt sich als Pendelleuchte, Wand- oder Stehleuchte oder freistehend montieren und kann in Form und Länge jederzeit verändert werden. Die Materialien – verchromtes Aluminium, Glas oder Polycarbonat – stehen für Langlebigkeit und hochwertige Haptik, während das modulare Design kontinuierliche Transformation erlaubt.

GLOO verbindet Nachhaltigkeit, Flexibilität und zeitlose Ästhetik: Ein Leuchtensystem, das wächst, sich wandelt und den Raum ebenso dynamisch begleitet wie seine Nutzer:innen.

Moritz Glatte: Flexibles Design für moderne Räume – der „Block“

Moritz Glatte studiert an der Universität der Künste Berlin und präsentiert mit dem „Block“ eine platzsparende, flexible Lösung für moderne Arbeitswelten. Der Tisch lässt sich im Handumdrehen von einem vollwertigen Arbeitsplatz zu einem kompakten Würfel transformieren, der sowohl praktisch als auch ästhetisch überzeugt. Durch den Klappmechanismus wird der Schreibtisch auf ein Minimum komprimiert, während der Schubkasten Platz für Arbeitsmaterialien und persönliche Dinge bietet.

Der „Block“ ist perfekt für Coworking Spaces oder Tiny Houses, in denen jede Fläche sinnvoll genutzt werden muss. In Handarbeit gefertigt und in verschiedenen Farben und Ausführungen erhältlich, stellt dieser Tisch eine praktische, platzsparende Lösung dar, die Funktion und Design auf einzigartige Weise vereint.

Moritz Glatte ist einer der Designpreisgewinner der BLICKFANG Stuttgart.

Julia Baisch: „Hängrum“ – Natur für urbane Räume 

Die Kommunikationsdesignerin Julia Baisch (TH Würzburg-Schweinfurt) bringt mit „Hängrum“ die Natur zurück in unsere Wohnungen.  Die multifunktionale Wandinstallation dient hochgeklappt als Garderobe und Stauraum, heruntergeklappt verwandelt sie sich in eine Hängematte – oder sogar in ein Gästebett.  Biomorphe Formen, fraktale Muster und natürliche Materialien machen „Hängrum“ zu einem flexiblen Rückzugsort, der urbane Enge mit Naturverbundenheit ausbalanciert. 

Tobias Robin Hirschi: «dr Gösge» – Minimalistische Leuchte mit maximaler Funktion

Für Homeoffice-Arbeitsplätze, die oft auf engem Raum eingerichtet sind, präsentiert Tobias Robin Hirschi von der Hochschule Luzern mit «dr Gösge» eine Leuchte, die Minimalismus und Funktionalität perfekt vereint. Mit filigranem Design beansprucht sie kaum Platz, lässt sich flexibel positionieren und bringt das Licht genau dorthin, wo es gebraucht wird – für konzentriertes Arbeiten oder stimmungsvolle Atmosphäre.

Die Leuchte überzeugt durch clevere Technik: Ein massiver Sockel sorgt für Standfestigkeit und beherbergt die Elektronik, während der Schwenkarm und der drehbare Leuchtenkopf variabel einstellbare Lichtverhältnisse ermöglichen. Aluminiumteile und Kunststoffkomponenten werden mit 3D-Druck gefertigt, was Material spart und feine Strukturen erlaubt. Besonders nachhaltig: Die 3D-Daten der Kunststoffteile sind frei verfügbar, sodass defekte Elemente jederzeit nachgedruckt und ersetzt werden können.

 Junge Kreativität entdecken

Die Sonderfläche des Studierendenwettbewerbs auf der BLICKFANG Zürich 2025 ist ein Muss für alle, die frische Ideen entdecken wollen. Hier treffen mutige Konzepte auf funktionale Lösungen – und die Werke zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und zukunftsweisend das Denken der nächsten Designer:innen-Generation ist. 

Von Prototypen zu Publikumslieblingen – Der Wettbewerb für Studierende

Die BLICKFANG Wien ist nicht nur ein Marktplatz für gutes Design, sondern auch ein Ort, an dem kreative Visionen Form annehmen. Der Studierendenwettbewerb bietet jungen Designer:innen die Möglichkeit, ihre Ideen erstmals einem großen Publikum zu präsentieren. Prototypen werden zu echten Hinguckern, Materialien neu gedacht und Alltagsgegenstände überraschend transformiert.

Wer hier vorbeischaut, entdeckt nicht nur spannende Konzepte, sondern auch die Leidenschaft und den Mut einer neuen Designgeneration. 

Tina Grüll: „Bodystone“ – Wärme, die in Form bleibt

Tina Grüll von der Universität für angewandte Kunst Wien hat mit „Bodystone“ einen ungewöhnlichen Alltagsbegleiter entwickelt: einen wärmenden Stein für den Körper. Gefertigt im Schlickergussverfahren, besteht der „Bodystone“ aus einer doppelten Hülle mit Luftkammer, die mit heißem Wasser befüllt werden kann. Beim Auflegen auf den Körper gibt er Wärme gezielt an einzelne Stellen ab, da sich die Form durch Druck leicht verformt. Das Ergebnis ist ein schlichtes, aber wirkungsvolles Produkt – funktional, handlich und mit dem Potenzial, zu einem echten Wohlfühlobjekt zu werden.

Luca Schreiber & Michel Schneider: „BROKEN=GOOD“ – Schönheit im Unperfekten

Das Design-Duo Luca Schreiber & Michel Schneider von der Bauhaus Universität Weimar bricht mit Konventionen: Ihr Porzellan-Teeservice „BROKEN=GOOD“ macht sichtbar, was in der Keramikindustrie sonst aussortiert wird. Statt kleine Makel und Abweichungen als Fehler zu deklarieren, nutzen sie diese bewusst als gestalterisches Element. Ob unregelmäßige Ränder, sichtbare Entlüftungskanäle oder leichte Abdrücke aus der Produktion – alles wird Teil der Ästhetik. Produziert in Kooperation mit der Kober Steinwiesen GmbH, zeigt „BROKEN=GOOD“, wie sich Ressourcenverschwendung reduzieren lässt. Das Projekt fordert dazu auf, Produktions- und Konsumstandards neu zu denken und erinnert daran: Perfektion ist nicht immer nachhaltig.

Borbála Kiszely: „Luminé“ – Eleganz mit Licht und Material

Die Grazer Architekturstudentin Borbála Kiszely hat mit „Luminé“ einen Frisiertisch entworfen, der Funktionalität und Poesie verbindet. Gefertigt aus amerikanischem Nussbaumholz, furnierten Spanplatten und satiniertem Acrylglas, begeistert er durch klare Linien und ein besonderes Licht-Detail: Ein dreischichtiges Acrylpaneel mit gelasertem Muster – inspiriert vom Louvre Abu Dhabi – wird von einem LED-Paneel hinterleuchtet und verleiht dem Möbelstück einen sanften Glanz.

Besonders clever: Der Spiegel lässt sich vollständig einklappen, sodass die Oberfläche auch ohne Nutzung als funktionales Möbel besticht. CNC-Fräse, Lasergravur und traditionelle Handwerkskunst vereinen sich hier zu einem Möbel, das Nutzen und künstlerischen Ausdruck harmonisch verschmilzt.

Magnus Maria Wobser: „Doremon Bench“ – Gemeinschaft auf dem Campus

Magnus Maria Wobser von der HTW Berlin entwickelte im Rahmen eines Austauschsemesters in Indien die „Doremon Bench“ – eine Bank, die Minimalismus, Komfort und Pragmatismus vereint. Inspiriert vom indischen Prinzip „Jugaad“, wurde ein großes Abflussrohr zum tragenden, multifunktionalen Element: Sitzfläche, Lehne und Konstruktion in einem. Ein Edelstahlrahmen sorgt für Stabilität, auch unter extremen Wetterbedingungen.

Die Bank bietet Platz für bis zu acht Personen und ist inzwischen ein beliebter Treffpunkt am Sportplatz des Campus. In weiterentwickelten Entwürfen setzt Wobser auf einfache Materialien wie Holz und Seile, damit die Bank weltweit kostengünstig nachgebaut werden kann.

Sophia Ludwig & Oskar Poetsch: „GALAKTISCH“ – Beistelltisch mit Orbit-Optik 

Die Berliner Designstudierenden Sophia Ludwig & Oskar Poetsch haben mit ihrem Projekt „Galaktisch“ einen Beistelltisch entworfen, der die Faszination von Planetenbahnen in Möbel überträgt.  Die Tischplatte aus Formvlies – einem Material aus recycelten PET-Fasern – zeigt durch Ein- und Auskerbungen die Anmutung von Umlaufbahnen. Ein Gestell aus gebürstetem Rundstahl greift in eine umlaufende Sicke, sodass die Platte scheinbar schwebt.  „Galaktisch“ vereint experimentelle Ästhetik, Funktionalität und Nachhaltigkeit. Der Tisch ist nicht nur praktische Ablage, sondern auch ein Designobjekt, das durch Materialinnovation und Präzision begeistert. 

Moritz Glatte: Flexibles Design für moderne Räume – der „Block“

Moritz Glatte studiert an der Universität der Künste Berlin und präsentiert mit dem „Block“ eine platzsparende, flexible Lösung für moderne Arbeitswelten. Der Tisch lässt sich im Handumdrehen von einem vollwertigen Arbeitsplatz zu einem kompakten Würfel transformieren, der sowohl praktisch als auch ästhetisch überzeugt. Durch den Klappmechanismus wird der Schreibtisch auf ein Minimum komprimiert, während der Schubkasten Platz für Arbeitsmaterialien und persönliche Dinge bietet.

Der „Block“ ist perfekt für Coworking Spaces oder Tiny Houses, in denen jede Fläche sinnvoll genutzt werden muss. In Handarbeit gefertigt und in verschiedenen Farben und Ausführungen erhältlich, stellt dieser Tisch eine praktische, platzsparende Lösung dar, die Funktion und Design auf einzigartige Weise vereint.

Moritz Glatte ist einer der Designpreisgewinner der BLICKFANG Stuttgart.

Amelie Steinbauer: „eat&keep“ – Geschirr für das Leben im Kleinen 

Wohnraum ist knapp, Minimalismus im Trend – genau hier setzt Amelie Steinbauer von der Hochschule Mainz und der New Design University St. Pölten an. Mit „eat&keep“ hat sie ein Geschirr entwickelt, das funktional, platzsparend und zugleich ästhetisch ist. Die Schüsseln und Teller aus gefärbtem Porzellan lassen sich stapeln und ineinander verschachteln. Teller dienen gleichzeitig als Deckel für Schüsseln, wodurch ein modulares, vielseitiges System entsteht. 

„eat&keep“ ist ideal für Tiny Living, urbane Haushalte und Menschen, die bewusst weniger besitzen möchten – ohne auf Design zu verzichten. 

Julia Baisch: „Hängrum“ – Natur für urbane Räume 

Die Kommunikationsdesignerin Julia Baisch (TH Würzburg-Schweinfurt) bringt mit „Hängrum“ die Natur zurück in unsere Wohnungen.  Die multifunktionale Wandinstallation dient hochgeklappt als Garderobe und Stauraum, heruntergeklappt verwandelt sie sich in eine Hängematte – oder sogar in ein Gästebett.  Biomorphe Formen, fraktale Muster und natürliche Materialien machen „Hängrum“ zu einem flexiblen Rückzugsort, der urbane Enge mit Naturverbundenheit ausbalanciert. 

Yoomin Sun: „Wirewirewire“ – Gestrickte Eleganz aus Edelstahl

Die Nachwuchsdesignerin Yoomin Sun, ursprünglich aus Seoul, studiert im 7. Semester an der Universität für angewandte Kunst in Wien. In ihrer Arbeit verbindet sie Ästhetik mit intelligenter Konstruktion und erforscht die Struktur von Objekten durch das Zusammenspiel von Material und Form.

Ihre Serie Wirewirewire revolutioniert den Umgang mit Metall, indem sie Edelstahl in einer gestrickten Struktur verarbeitet – ganz ohne Schweißen. Anders als herkömmliche Drahtgeflechte sind die einzelnen Schlaufen mit einem einfachen Einhak-System verbunden, ähnlich wie gestrickte Textilien. Das Ergebnis: eine außergewöhnliche Materialspannung, die Stabilität und Flexibilität vereint. Während das Geflecht auf einer Seite widerstandsfähig bleibt, kann es auf der anderen gefaltet werden.

Das innovative Design macht Wirewirewire nicht nur leicht, sondern auch nachhaltig. Der Edelstahl ist vollständig recycelbar, der Materialeinsatz minimal und die Konstruktion ermöglicht eine einfache Reparatur. Ein einzelner Draht ist schwach – doch in dieser einzigartigen Verbindung entsteht eine widerstandsfähige, filigrane Struktur, die neue Maßstäbe im Möbeldesign setzt.

 Junge Kreativität entdecken

Die Sonderfläche des Studierendenwettbewerbs auf der BLICKFANG München 2025 ist ein Muss für alle, die frische Ideen entdecken wollen. Hier treffen mutige Konzepte auf funktionale Lösungen – und die Werke zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und zukunftsweisend das Denken der nächsten Designer:innen-Generation ist. 

Future Forward Gewinner Luis Gimeno

Der in Barcelona geborene Designer Luis Gimeno kreiert Möbel- und Leuchten, die eine feine Balance zwischen Verspieltheit und Funktionalität halten. Seine Entwürfe, geprägt von klaren Linien und poetischen Details, wurzeln tief in seiner Neugier für Materialien und seinem großen Respekt vor handwerklicher Qualität. Nach Stationen bei verschiedenen Möbel- und Interior-Marken sowie Praktika in Barcelona und Amsterdam gründete er sein eigenes Studio. Auf der BLICKFANG München erhielt Gimeno den Future Forward Award – eine Auszeichnung, die aufstrebende Talente der Designszene hervorhebt. Wir haben uns mit ihm über seinen kreativen Werdegang, seine Faszination für Materialien und seine Vision für die Zukunft unterhalten.

Luis, kannst du uns von deinem Weg in die Möbel- und Leuchtenbranche erzählen? Gab es einen Moment, in dem dir klar wurde, dass dies deine Berufung ist?

Es war eher ein organischer Prozess. Während meines Studiums in Barcelona habe ich gemerkt, dass mich besonders die Leuchten faszinierten – ihre Wirkung auf Räume, die Atmosphäre, die sie schaffen. Durch meine Praktika in Barcelona und später in Amsterdam bin ich tiefer in die Welt von Möbel- und Lichtdesign eingestiegen. Mit der Zeit wurde klar: Das ist mein Feld, hier fühle ich mich zuhause – das ist die Sprache, die ich als Designer sprechen möchte.

Wie würdest du deinen heutigen Designstil beschreiben – und wie hat er sich seit deinen ersten Projekten entwickelt?

Anfangs ging es vor allem um Spaß. Ich experimentierte mit kräftigen Farben, ungewöhnlichen Formen und verrückten Ideen. Mit der Zeit, insbesondere durch meine Arbeit bei einer großen, Kundenorientierten Marke, habe ich die Bedeutung von Funktionalität und Produktionsprozessen verstanden. Ein Design muss nicht nur schön aussehen, es muss funktionieren und in einem Zuhause bestehen können. Heute bewegt sich mein Stil zwischen diesen beiden Welten – verspielt, mit kleinen Überraschungen, aber immer praktisch und umsetzbar.

Was inspiriert dich am meisten?

Ich bin stark beeinflusst von der Designsprache der 60er und 70er Jahre. Es war eine Zeit, in der Objekte mutiger wurden – nicht nur funktional, sondern auch ausdrucksstark. Dieser Mut inspiriert mich. Gleichzeitig finde ich Inspiration in kleinen Details: wie zwei Materialien aufeinandertreffen, eine Kurve, ein Schatten. Ich mag es, wenn meine Arbeit sowohl die großen Gesten einer Designära als auch die Intimität der Details widerspiegelt.

Auf der BLICKFANG München hast du den Future Forward Award gewonnen. Wie hat sich das angefühlt – und worauf freust du dich besonders an der Messe?

Es war ein großartiges Gefühl. Für mich ist der Award nicht nur Anerkennung, sondern auch Ermutigung. Er zeigt, dass mein Ansatz geschätzt wird, und gibt mir Energie, weiterzumachen. Auf die BLICKFANG freue ich mich, weil sie sich von Messen wie der SaloneSatellite in Mailand unterscheidet. Dort geht es vor allem um Sichtbarkeit in der Branche – hier in München treffe ich direkt auf Besucher:innen, die meine Stücke erleben, Fragen stellen und Feedback geben. Dieser Austausch ist für mich unglaublich wertvoll.

Du arbeitest oft mit natürlichen Materialien wie Holz, Glas oder Sand. Wie wählst du das richtige Material für ein Projekt aus?

Bei mir beginnt der Prozess meist mit der Form. Ich skizziere und modelliere die Form zuerst und frage mich erst danach: Welches Material bringt diese Idee am besten zum Leben? So lasse ich mich nicht von Anfang an durch das Material einschränken. Sobald die Form stimmt, wähle ich das Material, das ästhetisch, funktional und nachhaltig Sinn macht.

Gibt es neue Materialien oder Techniken, mit denen du aktuell experimentierst?

Ja! Gerade arbeite ich mit Mikrozement, einem großartigen Material, weil ich direkt im Studio experimentieren kann – ohne Brennofen oder schwere Maschinen. Gleichzeitig entwickle ich ein Projekt mit 3D-gedruckten Leuchten aus recycelten oder bio-basierten Materialien. Für mich ist die Kombination aus traditionellem Handwerk und neuen Technologien besonders spannend – hier sehe ich enormes Potenzial für die Zukunft.

Wenn Menschen deine Möbel oder Leuchten in ihren Räumen haben – welches Gefühl sollen sie dabei empfinden?

Komfort. Leichtigkeit. Gutes Design ist nicht nur Aussehen oder Funktionalität, es ist das Gefühl, das es vermittelt. Ich möchte, dass meine Stücke natürlich wirken, als hätten sie schon immer dazugehört – aber mit einem kleinen Twist, der Freude macht.

Welche Rolle spielen Handwerk und Nachhaltigkeit in deiner Arbeit?

Eine sehr große. Nachhaltigkeit beginnt für mich bei der Produktionsweise: Ich produziere nur auf Bestellung, keine Überproduktion. Ich arbeite mit kleinen Werkstätten in Spanien, was den Prozess transparent macht und die Transportwege kurz hält. Handwerk ist ebenso wichtig – diese Werkstätten tragen Wissen und Traditionen, die ich sehr schätze. Jedes Stück trägt ihr Können in sich, und ich möchte, dass das im finalen Design sichtbar wird.

Deine Stücke wirken oft verspielt, bleiben aber funktional. Wie findest du das Gleichgewicht zwischen Kreativität und Praktikabilität?

Meistens starte ich mit etwas Einfachem, manchmal sogar ein wenig langweilig. Dann füge ich Details hinzu – eine Kurve hier, eine Verbindung dort – etwas, das das Stück unerwartet macht, aber trotzdem funktioniert. Design soll Freude bereiten, aber auch im Alltag funktionieren. Dieses Gleichgewicht ist für mich der magische Punkt.

Welches deiner Werke war am herausforderndsten – und welches liegt dir am meisten am Herzen?

Am herausforderndsten war definitiv eine Leuchte, bei der ich Glas und Keramik kombinierte. Es hat sechs Monate gedauert, bis beide Materialien so zusammenpassten, wie ich es mir vorgestellt hatte. Mein Lieblingsstück ist jedoch der Knot Stool. Er ist einfach, nicht überkompliziert, vermittelt mir aber ein Gefühl von Ruhe und Vertrautheit. Manchmal sind die ehrlichsten Designs die, die einem am längsten bleiben.

Und in die Zukunft blickend – was sind deine Träume und Ziele für Luis Gimeno Design?

Mein Traum ist es, ein kleines Studio mit drei oder vier Mitarbeitenden zu haben, in dem wir sowohl eigene Kollektionen als auch Projekte für andere Marken entwerfen können. Design ist für mich ein Dialog – Ideen, die zwischen Menschen hin- und herfließen. Ich möchte einen Ort schaffen, an dem dieser Dialog lebt, an dem wir neue Ideen erkunden und hoffentlich ein wenig Poesie in den Alltag bringen können.

Luis kannst du an der BLICKFANG in München kennenlernen, noch mehr über seine Geschichte und seine Produkte erfahren und diese natürlich direkt ausprobieren und kaufen. Hier geht es zu den den Tickets!

Für Designliebhaber, die handwerkliche Qualität und intelligente Lösungen zu schätzen wissen, präsentiert sich LAIK als eine Manufaktur, die das Thema flexibles Wohnen mit Herz und Verstand neu interpretiert. Tobias Jung und Denis Dostmann verbinden die Schreinerei Lignum Arts und ihr Label LAIK mit der Vision, Möbel zu kreieren, die sich wie von selbst an die Bedürfnisse ihrer Nutzer:innen anpassen und dabei höchsten Ansprüchen an Design, Handwerk und Nachhaltigkeit genügen. Im Mittelpunkt steht dabei ein Tisch, der mehr ist als nur ein Möbelstück: ein wandelbares Raumwunder, das sich jeder Lebenssituation anpasst. 

Die Schreinerei: Wo bewährtes Können auf Fortschritt trifft  

Lignum Arts, die Schreinerei, die hinter LAIK steht, wurde 2003 von Tobias Jung gegründet, wenig später stieß Denis Dostmann dazu. Die beiden teilen eine gemeinsame Leidenschaft für Holz und den Wunsch nach neuartigen Lösungen für moderne Wohnkonzepte. Ihr Fokus liegt auf der Herstellung hochwertiger Massivholzmöbel, die durch ihre Langlebigkeit und zeitlose Schönheit überzeugen.  

Die handwerkliche DNA: Ein Zollstock als Muse 

Der modulare Tisch, das Herzstück der LAIK Kollektion, verkörpert das Konzept des flexiblen Wohnens in Perfektion. Ein patentiertes Lamellensystem ermöglicht es, den Tisch im Handumdrehen zu vergrößern oder zu verkleinern – ganz ohne lästige Einlegeplatten. Und das alles komplett eingedeckt. Die Inspiration für diese neuartige Lösung fand Tobias Jung in einem Alltagsgegenstand: 

„Es begann mit der simplen Beobachtung eines Zollstocks“, erinnert er sich. „Die Frage war: Wie können wir dieses Prinzip des Auseinanderziehens und Zusammenschiebens auf ein Möbelstück übertragen?“ 

Dieser Geistesblitz entfachte einen intensiven Entwicklungsprozess, in dem Jung und Dostmann in ihrer kleinen Werkstatt experimentierten und tüftelten. 

Die Herausforderung: Stabilität und Ästhetik in Einklang bringen  

Die größte Herausforderung bestand darin, ein Lamellensystem zu entwickeln, das sowohl stabil als auch ästhetisch ansprechend ist. Die ersten Versuche mit einfachen Verleimungen erwiesen sich als unzureichend. 

„Anfangs war das Ergebnis eher ’schwammig‘ und instabil“, gesteht Jung. „Es brauchte viele Versuche, um die richtige Balance zwischen Flexibilität und Festigkeit zu finden.“ 

Durch Ausprobieren und Experimentieren mit verschiedenen Materialien und Verleimtechniken gelang es den beiden schließlich, ein System zu entwickeln, das sowohl Stabilität als auch Flexibilität gewährleistet. Das Ergebnis: „formschön, hochwertig und einfach zu bedienen“. 

Industriedesign trifft auf handwerkliches Können

LAIK, gegründet im Januar 2020, entstand aus der innovativen Idee von Jung und Dostmann und ist eine Tochterfirma von Lignum Arts. Unter dem Motto „Flexibel leben“ entwickelt LAIK modulare Möbel, die sich durch ihr modernes Design und ihre hohe Funktionalität auszeichnen. Dabei profitiert LAIK von der langjährigen Erfahrung ihrer Schreinerei im Bereich der Holzverarbeitung.   

Das iLAIK-Prinzip: Flexibel, innovativ und stufenlos

LAIK setzt mit den beiden Tischen iLAIK Massiv und iLAIK Laser auf stufenlos ausziehbare Tische, die sich an die Bedürfnisse der Nutzenden anpassen lassen. Für den iLAIK Massiv verwendet das Label ausschließlich Eichen- und Nussholz, das handverleimt wird. Der iLAIK Laser hingegen wird aus Sperrholz aus Birke lasergeschnitten. Das Material ermöglicht eine präzise Fertigung und ein modernes Design. 

„LAIK ist unsere Antwort auf die Frage, wie sich traditionelles Handwerk und industrielle Fertigung verbinden lassen“, erklärt Tobias Jung. „Es ist ein Produkt, das die Seele des Schreinerhandwerks in sich trägt, aber gleichzeitig für die Anforderungen des modernen Lebens optimiert ist.“ 

Die Marke LAIK entstand, als Tobias Jung beim Gassigehen der Name „LAIK“ einfiel, was für „Lignum Arts Innovative Kollektion“ steht. Gemeinsam mit Denis Dostmann arbeitet der Schreiner immer weiter an neuen, innovativen Ideen.

Flexibilität als Lebensgefühl: Ein Tisch für alle Fälle 

Ob spontaner Besuch, Homeoffice oder Familienfeier – die modularen Tische von LAIK passen sich jeder Situation an. Sie schaffen Raum, wo er gebraucht wird, und verschwinden wieder, wenn Platz gefragt ist. 

Nachhaltigkeit als Selbstverständlichkeit: Verantwortung für die Umwelt 

LAIK legt großen Wert auf Nachhaltigkeit. Bei der Auswahl der Materialien wird auf regionale Ressourcen und umweltschonende Produktionsverfahren geachtet.  

Denis Dostmann
Denis Dostmann, Geschäftsführerin Anita Pfattner und Tobias Jung (v.l.n.r.)
Tobias Jung

Möbel für ein Leben in Bewegung 

Mit den iLAIK Tischen beweist das Label, dass sich traditionelle Handwerkskunst und neugedachtes Design nicht ausschließen, sondern im Gegenteil perfekt ergänzen. Mit ihren modularen Möbeln schafft LAIK Räume, die sich flexibel an die Bedürfnisse ihrer Bewohner anpassen und so ein Höchstmaß an Wohnqualität bieten. 

An der BLICKFANG in München kannst du das Team von Laik persönlich kennenlernen und dich von den Tischen verzaubern lassen. Hier geht es zu den Tickets!

Es gibt diese schwerelosen Momente, in denen Architektur atmet. In denen ein Raum nicht einfach nur ein Raum ist, sondern eine Erfahrung. Ulrich Pape kennt diese Momente gut. Zwölf Jahre lang hat er als Designchef des renommierten Architekturbüros Peter Haimerl solche Momente geschaffen – in Konzerthäusern, Villen und Wohnbauprojekten. Jetzt gestaltet er sie im Kleinen, mit einem Möbelstück, das die Grenzen zwischen Architektur und Design verschwimmen lässt: dem scheinbar schwerelosen Architektenbett. 

„Meine Mission ist es, die überfrachteten Schlafzimmer dieser Welt aufzuräumen.“

Vom Wabenhaus zum schwerelosen Bett 

Die Geschichte dieses außergewöhnlichen Möbels beginnt im Münchner Wabenhaus, einem Wohnbauprojekt, das mit seiner besonderen Geometrie neue Wege des Wohnens erkundet. „Der kastenförmige Raum wird in die Breite gezogen“, erklärt Pape, „man hat auf einmal 6,60 Meter breite Räume.“ Eine Dimension, die nach neuen Lösungen verlangte. Konventionelle Möbel drohten den Raum zu erschlagen, statt ihn zur Geltung zu bringen. 

Balance von Schwere und Leichtigkeit 

Was folgte, war eine radikale Neuinterpretation des Bettes. Ein hauchdünnes Stahlgestell, das die Matratze scheinbar schweben lässt. Ein massiver Granitnachttisch als Gegengewicht, der in faszinierender Balance mit der Leichtigkeit des Bettes steht. „Stein ist kühl, schwer, die Matratze warm,  weich. Also ein ideales Paar.“, beschreibt Pape den bewussten Materialkontrast. Es sind diese architektonischen Prinzipien – Reduktion, Abstraktion, klarer Materialeinsatz –, die das Möbelstück zu mehr machen als nur einem Bett. 

Technische Präzision trifft ästhetische Vision 

Die Entwicklung war eine Reise durch verschiedene Disziplinen. Pape ließ die Statik mittels Finite-Elemente-Modellen berechnen, arbeitete mit einem der führenden Schraubenspezialisten Deutschlands zusammen und suchte in Österreich nach dem perfekten Holz für den speziell entwickelten Lattenrost.  

„Das Architektenbett bringt die Prinzipien der Architektur ins Kleine: Reduktion, Abstraktion und klarer Materialeinsatz.“ 

Demokratisierung der Architektur 

Doch für Pape geht es um mehr als Design. Nach Jahren der Arbeit an großen Architekturprojekten – darunter das vielbeachtete Konzerthaus in Blaibach – sieht er im Architektenbett die Chance, architektonisches Denken demokratischer zu machen. „Wer ein Architektenhaus hat oder davon träumt, kann sich mit diesem Bett zumindest einen Raum architektonisch gestalten“, sagt er. 

Die Mission: Räume neu denken 

Diese Transformation des Raums ist für Pape eine Mission. Zu oft hat er in seiner Karriere gesehen, wie durchdachte Räume durch unpassende Möbel ihre Wirkung verloren. „Oft fehlt uns das Gespür dafür, wie viel Volumen ein Raum verträgt“, beobachtet er. Das Architektenbett soll hier einen Unterschied machen – nicht nur ästhetisch, sondern auch emotional. 

Der Sprung in die Selbstständigkeit 

Der Wechsel vom Architekten zum Produktdesigner war für Pape auch ein Sprung ins Ungewisse. „Ich bin es gewohnt, Auftraggeber zu haben und mit ihnen direkt etwas zu machen“, reflektiert er. „Jetzt habe ich etwas gemacht und muss es hinaussenden in die Welt.“ Eine neue Herausforderung, der er sich mit der gleichen Akribie stellt wie seinen architektonischen Projekten. 

Ausblick: Die Vision geht weiter 

Die Zukunft sieht Pape weiterhin im Schlafzimmer. Ein passender Sessel ist in Entwicklung, auch eine flexible Leselampe zum Andocken ans Bett. Stück für Stück will er das oft vernachlässigte Schlafzimmer neu denken. „Es geht nicht nur darum, wie es aussieht“, sagt er, „sondern wie es sich anfühlt.“ 

In dieser Verbindung von Form und Gefühl, von technischer Präzision und emotionaler Wirkung liegt vielleicht das Besondere an Papes Arbeit. Er denkt Räume nicht nur von ihrer Geometrie her, sondern von den Menschen, die in ihnen leben. Das Architektenbett ist dabei mehr als ein Möbelstück – es ist ein Statement dafür, dass gute Gestaltung das Leben bereichern kann. Jeden Tag aufs Neue, jede Nacht aufs Neue. 

Ulrich stellt sein Architektenbett sowohl auf der BLICKFANG Wien vor. Sichere dir jetzt dein Ticket um die schwerelose Möbelkunst live zu entdecken!