Bis 12. Juni findet die 60. Ausgabe des Salone del Mobile 2022 in Mailand statt. Die BLICKFANG war dabei und zeigt hier die ersten Farb-Trends, auf die wir uns in den kommenden Monaten und Jahren freuen können.

War pandemiebedingt 2020 eine komplette Pause und 2021 der verkleinerte, aber inhaltlich nicht weniger anspruchsvolle „Supersalone“, so freuen wir uns dieses Jahr nun wieder auf eine echte Design-Großveranstaltung.

Dieses Jahr sind rund 2000 Aussteller:innen, darunter über 600 junge Designer:innen unter 35 Jahren dabei, die ihre Entwürfe und neuen Kollektionen präsentieren. Zahlreiche Showrooms, Events und Installationen locken in der Stadt zum Flanieren und Staunen.

Der Salone steht fortan unter einem besonderen Motto: Nachhaltigkeit. Dabei geht es nicht nur um nachhaltige Produkte, die die Möbelbranche und ihre Kund:innen schon längst entdeckt haben, sondern auch um nachhaltige Logistik und verantwortungsvollen Umgang vor Ort mit Ressourcen wie Strom und Wasser.

Die große internationale Möbelmesse, der Salone del Mobile feiert dieses Jahr sein 60. Jubiläum. War pandemiebedingt 2020 eine komplette Pause und 2021 der verkleinerte, aber inhaltlich nicht weniger anspruchsvolle „Supersalone“, so freuen wir uns dieses Jahr nun wieder auf eine echte Design-Großveranstaltung.

Dieses Jahr sind rund 2000 Aussteller:innen, darunter über 600 junge Designer:innen unter 35 Jahren dabei, die ihre Entwürfe und neuen Kollektionen präsentieren. Zahlreiche Showrooms, Events und Installationen locken in der Stadt zum Flanieren und Staunen.

Der Salone steht fortan unter einem besonderen Motto: Nachhaltigkeit. Dabei geht es nicht nur um nachhaltige Produkte, die die Möbelbranche und ihre Kund:innen schon längst entdeckt haben, sondern auch um nachhaltige Logistik und verantwortungsvollen Umgang vor Ort mit Ressourcen wie Strom und Wasser.

Wenig überraschend bei dem übergreifenden Motto und dem damit verbundenen Megatrend ist, dass Nachhaltigkeit bei vielen Designlabels im Fokus steht. Sei es auf der Messe selbst oder in den Showrooms in der Stadt.

Stoffe bestehen aus recyceltem Plastik. Recyceltes Plastik findet dank 3D-Drucker ein neues Label als Möbelstück. Es gibt viel zu experimentieren und zu entdecken.

Wenn man im Sommer durch Mailand flaniert, schaut man verliebt auf die Palazzi, in die kleinen Gassen und zahlreichen Boutiquen. Man sieht das Leben durch die rosarote Brille. Die Stadt hat einfach ihren besonderen Charme. Während des Salone allerdings liegt die rosarote Stimmung auch an den Sondereditionen nahmhafter Hersteller wie USM Haller, Louis Poulsen und Schönbuch, die uns direkt mit in rosarote Farbwelten nehmen und das Alltagsgrau in der Wohnung vertreiben.

Der traditionsreiche Fahrradladen Rossignoli in Brera erstrahlt eine Woche in True Pink. Denn hier steht die neue, limitierte Auflage an USM Haller Modulen im Fokus. Die limitierte Edition, bestehend aus einem Barwagen, einem TV-Wagen, einer Kommode und zwei Home-Office-Lösungen – insgesamt 2022 Möbelstücke -, ist in Italien, der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Österreich ab dem 6. Juni 2022 im Online-Shop www.truepink.usm.com erhältlich. Damit steht einem farbenfrohen Statement nichts mehr im Wege.

Der dänische Leuchtenhersteller Louis Poulsen hat in der historischen Konditorei Taveggia eine zuckersüße Atmosphäre geschaffen; Das berühmte Café wurde in eine Pale Rose-Installation verwandelt, um sowohl die neue PH Pale Rose-Kollektion als auch die ikonischen PH Artichoke und PH Septima in der eleganten Farbe Blassrosa zu präsentieren.

Farbe spielt auch im Showroom von Schönbuch wieder eine exponierte Rolle: Simply Beautiful ist das Motto, dem sich der Möbelhersteller seit jeher verschrieben hat.

Und Farbe spielt auch im Showroom von Schönbuch wieder eine exponierte Rolle: Simply Beautiful ist das Motto, dem sich der Möbelhersteller seit jeher verschrieben hat.

Dieses Jahr dominiert ein sanftes Lila, das an blühende Wisteria erinnert. Das helle Lila wurde eigens von der Farbenmanufaktur Little Greene für Schönbuch entwickelt und bietet eine extravagante Leinwand für alle weiteren Farbtöne der Schönbuch Palette. In dieser mystischen wie eleganten Atmosphäre präsentiert der Möbelhersteller gleich einen ganzen Reigen an Produktneuheiten, wie das Regal Cores von Leandra Eibl.

„Cores“, das es in verschiedenen Ausführungen gibt, kann dank der flexiblen Glasflächen als Raumteiler dienen und lässt viel Freiraum für individuelle Farbcollagen, da die Glasflächen auf jeder Ebene hintereinander geschoben werden können. BLICKFANG -Besucher:innen aus Wien haben hier ein Aha-Erlebnis: Konnten sie das Regal bereits 2020 auf der BLICKFANG bestaunen – damals noch in frischen Grün- und Blautönen.

Ästhetisch, minimalistisch, funktional – so lässt sich dänisches Design am besten beschreiben. Seit den 1950er und 60er Jahren gilt das Königreich Dänemark als kreativer Hotspot. Das kleine Land im Norden Europas zählt nicht mal ganz sechs Millionen Einwohner:innen und doch hat es zahlreiche bekannte und höchst talentierte Designer:innen hervorgebracht.

Vor allem im Bereich Wohnen ist dänisches Design sehr präsent. Die nordische, unaufdringliche Klarheit, ohne Schnörkel oder Verzierungen, erfreut sich großer Beliebtheit. So ist der dänische Stil auch eine Art (Wohn-)Kultur und wird geprägt durch deren Lebensart für ein glückliches Leben – „hygge“. So wie diese Lebenseinstellung stehen auch die puristischen und funktionalen Designs der Dänen für Entschleunigung und ein bewusstes Erleben von Entspannung und Gemütlichkeit.

Als Pioniere des dänischen Designs gelten unter anderem Arne Jacobsen und Poul Henningsen.

Der Designer und Architekt Arne Jacobsen (*1902 †1971) gilt als einer der Vertreter des dänischen Designs. Seine Arbeiten und Produkte gelten als Inbegriff dessen. Unter anderem entwarf er bedeutende Designklassiker wie den Egg Chair, den Swan Sessel oder den legendären Stuhl „Serie 7“, welcher der meistverkaufte Stuhl aller Zeiten ist.

Der in Kopenhagen geborene Designer Poul Henningsen (*1894 †1967) hatte ebenfalls großen Einfluss auf das dänische Design. Angefangen in der traditionellen funktionalistischen Architektur, legte er über die Jahre hinweg seinen Fokus eher auf die Beleuchtung. Eines seiner bekanntesten Designs ist die Leuchte „PH 5“. Sein Anspruch war es eine Lampe zu entwerfen, die flexibel und vielseitig ist, nicht blendet und warmes weiches Licht wirft.

Wie so oft ist die Designszene, sind die Designerinnen weniger sichtbar als ihre männlichen Kollegen. Deshalb wollen wir hier auch weibliche Design-Ikonen aus Dänemark hervorheben.

Louise Campbell (*1970) gilt als eine der wichtigsten Designerinnen in Nordeuropa. Als Tochter eines Dänen und einer englischen Mutter verbindet sie das Beste der beiden Designkulturen in ihren Arbeiten – das dänische Kunsthandwerk auf der einen und die englische innovative Experimentierfreudigkeit auf der anderen Seite. Ihr verspielter und experimenteller Ansatz findet sich in all ihren Designs wieder, wie zum Beispiel beim „Prince Chair“ für HAY.

Nanna Ditzel (*1923 †2006) wird auch als die First Lady des dänischen Möbeldesigns bezeichnet. Sie prägte die skandinavische Moderne mit ihrer fortschrittlichen und skulpturalen Formsprache. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Möbelhersteller Poul Kold entstand zum Beispiel der Sessel „Ring“, welcher mit einer Latexschaumpolsterung seinerzeit als „State of the art“ galt.

Dänisches Design lässt sich natürlich auch bei uns im BLICKFANG-Kosmos wiederfinden. Dazu haben wir mit Anders Thams vom Label MOEBE ein Interview geführt.

Bei Moebe haben wir eine tiefe Liebe zur Einfachheit und wir haben immer ein Auge für das entscheidende Detail in einem Designstück. Das bedeutet, dass wir oft von der Konstruktion ausgehen. Nicht, dass wir Ingenieure wären, aber unter uns drei Designern und Partnern teilen wir eine gemeinsame Leidenschaft für die Grundprinzipien des Möbelbaus.

Wenn du einen Blick auf unsere Entwürfe wirfst, wirst du feststellen, dass sie irgendwie die gleiche DNA haben. Alle basieren auf Einfachheit und einem spielerischen Ansatz bei der Konstruktion. Von den Keilen, die in unserem Regalsystem verwendet werden, bis hin zu den Gummibändern in unserem Rahmen.

Unser Designansatz ist analog und unsere Entwürfe sind auf das Wesentliche reduziert. Wir haben eine Idee. Vielleicht nehmen wir sie direkt mit in die Werkstatt. Oder wir notieren sie im Skizzenbuch und lassen sie eine Weile reifen. Wir bauen unsere eigenen Prototypen. Wir konzentrieren uns auf die Materialien und lassen sie für sich selbst sprechen. Wir denken gerne, dass unsere Entwürfe recht einfach sind. Manche würden sagen, sie grenzen an Banalität. Wir nehmen das als Kompliment. Das alltägliche Leben ist schon komplex genug. Das, womit man sich zu Hause umgibt, muss das nicht auch sein.

Wir entwerfen alle Designs selbst. Viele von ihnen beginnen mit einem kleinen – aber wichtigen – Detail. Entweder eine Neuerfindung der traditionellen Konstruktion. Oder eine völlig neue Art, zwei verschiedene Materialien zu kombinieren. Wir neigen dazu, in unseren Prozessen dogmatisch zu werden. Ein Zusammentreffen zwischen zwei Elementen eines Entwurfs sollte nicht dauerhaft sein. So lässt sich z. B. das einzelne Stück Glas in unseren Wandspiegeln spielerisch von dem leichten Metalldraht trennen. Das ist nicht nur eine große Herausforderung in unserem Designprozess, sondern bedeutet auch, dass du unsere Produkte leicht reparieren kannst, indem du ein defektes Teil einfach austauschst. Die Langlebigkeit eines Designs erreichen wir nicht nur durch die Auswahl hochwertiger Materialien, sondern auch durch die Art und Weise, wie wir es entwerfen und wie wir dabei den gesamten Lebenszyklus unserer Produkte berücksichtigen.

Unser Lieblingsstück ist im Moment unser neues Bett. Wir haben viel Zeit damit verbracht, es zu entwerfen und zu verbessern. Wir hatten die Idee, ein Bett zu entwerfen, das mit einem mitwächst und nicht ersetzt werden muss, wenn sich die Bedürfnisse ändern, weil man zum Beispiel einen Partner findet oder Kinder bekommt. Wir wollten ein Bett schaffen, das alles kann. Ebenso wichtig ist, dass unser Bett reparierbar, für den Transport optimiert und unter ethisch und ökologisch einwandfreien Bedingungen hergestellt ist. Wir glauben, dass die Kombination aus schlichter Ästhetik, Innovation und ethischem Ansatz ein Bett hervorbringt, das wirklich schön ist.

Wenn das Sideboard flüstern könnte, würde es wohl mit leiser Stimme von seiner Zeit am Hamburger Hafen, großen Frachtschiffen und exotischen Waren erzählen. Denn auch in der neuen Kollektion des nordischen Möbellabels Jansson Mashup Design dreht sich alles um Hölzer mit Geschichte: Dieses Mal um Duckdalben aus dem Hamburger Hafen.
Um mehr über dieses spannende Material zu erfahren, durften wir den Designer Dag in seiner Werk- statt in der Hamburger Speicherstadt besuchen. Dort entstehen ganz besondere Tische, Sideboards und Bänke in liebevoller Handarbeit.

Was zeichnet deine neue Kollektion aus?
Wie alle meine Kollektionen handelt es sich um handgefertigte Einzelstücke. Die Geschichte, die hinter dem filigranen Design, der schlichten und klaren Formgebung steckt, wird besonders durch das verwendete Material transportiert. Für meine neue Kollektion verarbeite ich Duckdalben aus dem Hamburger Hafen. So entstehen aus dem Holz nach Jahrzehnten im Wasser Möbelstücke mit deutlichen Retro-Zitaten zu skandinavischen Designklassikern, die darüber hinaus ein Leben lang halten und eine unvergleichliche, maritime Geschichte erzählen.

Woher nimmst du deine Inspirationen? Wie ist deine neue Kollektion entstanden?
Alle meine Arbeiten beziehen sich auf skandinavische Design-Klassiker und sind insofern immer etwas „retro“. Runde Ecken und Beine sind dabei ein zentrales Motiv der aktuellen Kollektion. Gleichzeitig war mir eine helle und freundliche Optik wichtig, daher die weißen, eher modernen Fronten.

Als Stuttgarter müssen wir direkt fragen: Was sind denn Duckdalben?
Duckdalben sind diese massiven Holzpfähle im Hamburger Hafen, an denen meist große Stückgutfrachter, die nicht am Hafenkai angelegt haben, festgemacht wurden. Im Zeitalter der Containerschifffahrt verloren die Duckdalben ihre Bedeutung, weshalb sie seit einigen Jahren „gezogen“ und entsorgt werden. Mein Glück war es, jemanden zu finden, mit dem ich diese imposanten Pfähle auftrennen konnte, um daraus jetzt diese besonderen Möbel zu bauen.

Zum Schluss: Was zeichnet gutes Design für dich aus?
Design zeigt eine eigene Handschrift, spielt sich aber nicht in den Vordergrund – Möbel sollten also stilprägend sein und einen hohen Wiedererkennungswert haben, gleichzeitig aber in unterschiedlichen Einrichtungssituationen funktionieren können. Ich hoffe, dass mir das mit dem Sideboard und den anderen Möbeln der neuen Hafenholz-Serie wieder gelungen ist und bin gespannt darauf, ob das Publikum auf der nächsten BLICKFANG das ähnlich sieht.

Lieber Dag, vielen Dank für deine Zeit!